Maßnahmen zum Klimaschutz und verlässliche Energieversorgung

Der Klimawandel ist eine der größten globalen Herausforderungen und eines unserer wesentlichen langfristigen Themen. Das gilt insbesondere für die Klimaauswirkungen der direkten CO2-Emissionen aus unseren fossil befeuerten Anlagen. Die Energiewende in Europa läuft – immer mehr Strom wird aus regenerativen Quellen erzeugt. Da diese Form der Stromerzeugung jedoch vom Wetter und von der Tageszeit abhängig ist, stellt dieses kontinuierliche Wachstum das Energiesystem vor große Herausforderungen.

 

Beispielsweise sind flexible konventionelle Kraftwerke unerlässlich, um die Schwankungen der Produktion von erneuerbaren Energien auszugleichen und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung und Netzstabilität sicherzustellen. Zwei Drittel unserer Erzeugungskapazität können genau diese Funktion erfüllen: Unsere CO2-ärmeren Gaskraftwerke und CO2-armen Wasser- und Kernkraftwerke können schnell auf Schwankungen reagieren. Dabei spielen sie nicht nur eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit, sondern auch für den Klimaschutz.

Verpflichtungen

  • Überwachung und Optimierung der CO2-Intensität des Erzeugungsportfolios von Uniper
  • Dekarbonisierungsaktivitäten als Innovationsschwerpunkt
  • Förderung kohlenstoffärmerer Brennstoffe für die Energieerzeugung

Ziele

  • CO2-Intensität von durchschnittlich 500 g CO2 pro Kilowattstunde bis 2020 (konzernweit)1
  • Bis 2022 Durchführung von mindestens 20 Projekten, die auch Dekarbonisierung zum Ziel haben

Diese Verpflichtungen und Ziele unterstützen SDG 7, 9, 12 and 13:

Treibhausgasemissionen

Der Klimawandel ist eine große Herausforderung. Ein koordiniertes, weltweites Handeln ist nötig, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Ein Energieunternehmen wie Uniper stellt der Klimawandel vor eine große Aufgabe. Soziale, regulatorische und wirtschaftliche Entwicklungen im Zusammenhang mit Treibhausgasemissionen werden sich in den kommenden Jahren verstärkt auf die Energiewirtschaft als einen der größten Verursacher von CO2–Emissionen auswirken.

Wir unterstützen das Klimaabkommen von Paris und leisten unseren Beitrag dazu, das Energiesystem schrittweise zu dekarbonisieren. Gleichzeitig möchten wir eine verlässliche Energieversorgung sicherzustellen.

Seit das Emissionshandelssystem der Europäischen Union 2005 in Kraft getreten ist, hat unser europäisches Erzeugungsgeschäft seinen jährlichen CO2-Ausstoß seitdem um gut 60 Mio. t gesenkt, das sind rund 64 %.

Der Graph zeigt die Reduktion der direkten CO2-Emissionen (in Mio. t CO2) von Uniper in Europa.2

Im Jahr 2018 sanken die direkten CO2-Emissionen von Uniper aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Strom- und Wärmeerzeugung auf 59,5 Mio. t (2017: 63,3 Mio. t).

Schwerpunkt unserer Dekarbonisierungsstrategie sind die direkten Emissionen, die den größten Teil unserer Gesamtemissionen ausmachen. Grund für die Emissionsreduktion ist vor allem eine geringere Stromerzeugung in konventionellen Uniper-Kraftwerken in Frankreich, den Niederlanden und Russland. Technische Modernisierungen und operative Verbesserungen haben jedoch ebenfalls dazu beigetragen.

Wir sind bestrebt, die CO2-Intensität unseres Erzeugungsportfolios laufend zu überwachen und zu optimieren. Für die Jahre 2018 bis 2020 hat sich der Konzern ein jährliches CO2-Intensitätsziel von durchschnittlich 500 Gramm CO2 pro kWh gesetzt.

2018 betrug die CO2-Intensität von Uniper 499 Gramm CO2 pro kWh (2017 : 506 Gramm CO2 pro kWh).1

Innovation

Innovationen spielen eine Schlüsselrolle für den Übergang in eine CO2-arme Zukunft. Unser Innovationsteam verfolgt zwei wesentliche Ziele: Es will skalierbare Geschäftsmodelle entwickeln, die auf mittlere Sicht tragfähig sind, und unserem Unternehmen als Innovationsradar dienen. Die Rolle als Innovationsradar erfüllt das Team, indem es Technologien und Marktentwicklungen verfolgt, die Risiken oder Chancen für uns bergen.

Wir haben uns verpflichtet bis 2022 mindestens 20 Projekte durchzuführen, die auch Dekarbonisierung zum Ziel haben.

Nach sorgfältiger Prüfung haben wir einige zentrale Innovationsfelder festgelegt. Drei davon beziehen sich auf Dekarbonisierung: neue Flexibilität, Kohlenstoff-Recycling und Wasserstoff. Sie alle bieten potenzielle Synergien mit unseren bestehenden Geschäftstätigkeiten, helfen unserem Unternehmen, sich für eine CO2-arme Zukunft aufzustellen und untermauern unsere Selbstverpflichtung, kohlenstoffärmere Kraftstoffe zu fördern.

Unsere Kraftwerke für eine sichere Energieversorgung 

Eine sichere und zuverlässige Energieversorgung ist für eine funktionierende Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft unentbehrlich.

Wir besitzen und betreiben konventionelle Kraftwerke (Gas, Kohle, Wasserkraft, Kernenergie, Öl und Biomasse) mit einer Gesamtkapazität von etwa 37 GW in Europa und Russland.

Dieses Kraftwerksportfolio ist hocheffizient, flexibel und vielfältig. Emissionsarme Wasserkraft-, Kern- und Gaskraftwerke machen mehr als die Hälfte (65 %) unserer Kapazitäten aus und leisten einen wertvollen Beitrag zur Energiewende. Unsere übergeordnete Strategie besteht darin, all unsere Anlagen instand zu halten und weiter zu optimieren. Außerdem wollen wir unser Portfolio in den Bereichen ausbauen, in denen der regulatorische Rahmen oder die Marktbedingungen besonders günstig sind.

Zuverlässlichkeit unserer Kraftwerke

Der zentrale nichtfinanzielle Leistungsindikator für die Zuverlässigkeit unseres Erzeugungsgeschäfts ist die durchschnittliche Anlagenverfügbarkeit. Im Jahr 2018 betrug diese für das Erzeugungsportfolio von Uniper in Europa und Russland 79,1 % und lag damit unter dem Niveau von 2017.

1Wir berechnen die CO2-Intensität im Durchschnitt für die Jahre 2018 bis 2020 anhand des finanziellen Kontrollansatzes. Die CO2- Intensität entspricht also dem Verhältnis zwischen den direkten CO2-Emissionen unserer vollkonsolidierten fossil befeuerten Kraftwerke und Blockheizkraftwerke einerseits und der Strom- und Wärmeerzeugung dieser Anlagen andererseits. Kraftwerke, die nur Wärme oder Dampf erzeugen, sind nicht enthalten.
2Die CO2-Emissionen unseres Erzeugungsgeschäfts in Europa wurden anhand des operativen Kontrollansatzes berechnet. Das bedeutet, dass wir die Emissionen aller Kraftwerke berücksichtigt haben, die von Uniper betrieben werden, auch wenn unsere Beteiligung daran geringer ist als 100 %. Die Emissionen unserer russischen Tochtergesellschaft Unipro sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

3Die CO2-Emissionen wurden anhand des operativen Kontrollansatzes berechnet. Das bedeutet, dass wir 100 % der Emissionen aller Kraftwerke berücksichtigt haben, die von Uniper betrieben werden, auch wenn unsere Beteiligung weniger als 100 % beträgt. Die Daten für alle Länder mit Ausnahme von Russland wurden anhand der Regeln des Emissionshandelssystems der Europäischen Union ermittelt. Die Gesamtsummen wurden angepasst, um Rundungseffekte zu berücksichtigen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht 2018.