Governance und Nachhaltigkeits­management

Generating Change: ein Interview mit Frank Plümacher

Frank Plümacher, Executive Vice President für Sustainability und HSSE, spricht darüber, wie Unipers Verpflichtung zu „Generating Change“ mit dem Geschäftsportfolio, der Strategie und der Unternehmenskultur zusammenhängen.

Was bedeutet „Generating Change“ für Uniper?

Wir haben die strategischen Weichen für die Zukunft unseres Unternehmens gestellt: Wir werden auch in Zukunft eine tragende Säule der Versorgungssicherheit in Europa und Russland sein. Gleichzeitig wollen wir auf unseren bewährten Stärken aufbauen, um weltweit neue Märkte zu erschließen und uns als Unternehmen zu positionieren, das maßgeschneiderte Energielösungen für seine Kunden entwickelt und Komplexität meistert. Für die Umsetzung unserer Unternehmensstrategie bedeutet „Generating Change“: Wir müssen uns stets bewusst machen, dass all unsere Entscheidungen und Handlungen Einfluss auf Menschen und auf unsere Umwelt haben. „Generating Change“ bedeutet auch sicherzustellen, dass wir unsere negativen Auswirkungen so gering wie möglich halten. Es bedeutet, Nachhaltigkeit Priorität einzuräumen und als wesentlichen Aspekt unserer Verantwortung anzuerkennen. Mit diesem Ansatz verankern wir Nachhaltigkeit noch fester in unseren Geschäfts- und Entscheidungsprozessen. Das ist nicht nur der richtige Weg für uns – es ist auch, was unsere Stakeholder von uns erwarten.

Was hat Uniper dazu bewogen, diese Verpflichtung einzugehen?

Mit der Verpflichtung zu „Generating Change“ stimmen wir unsere unternehmerische Verantwortung gezielt auf unsere Unternehmensstrategie ab. So haben wir die besten Voraussetzungen, um in unserem Unternehmen, in den Ländern, in denen wir tätig sind, und in unserer Wertschöpfungskette nachhaltiger zu werden. Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Unternehmen mit „Generating Change“ in einer sich schnell verändernden Welt widerstandsfähiger aufstellen können.

Was wird Uniper tun, um dieser Verpflichtung nachzukommen?

2018 haben wir im Kontext von „Generating Change“ den strategischen Nachhaltigkeitsplan entwickelt. Dieser Plan erörtert, wie Nachhaltigkeit unsere langfristige Unternehmensstrategie unterstützt. Zugleich legt er umfassende Nachhaltigkeitsziele für den Zeitraum 2019 bis 2022 fest. In dem Plan erklären wir auch, welchen Beitrag wir zur Erreichung der neun Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen leisten, die für unsere Geschäftstätigkeit besonders relevant sind.

Dazu gehören beispielsweise die Ziele „bezahlbare und saubere Energie“ und „Maßnahmen zum Klimaschutz“. Um diese Ziele zu erreichen, haben wir einen Grenzwert für die durchschnittliche CO2-Intensität von 500 g CO2 pro Kilowattstunde von 2018 bis 2020 festgelegt und zugesichert, bis 2022 mindestens 20 Projekte durchzuführen, die die Dekarbonisierung voranbringen. Wir wollen „Generating Change“ und Nachhaltigkeit fester in unserem Arbeitsalltag, in unserem Unternehmen und in unserer Unternehmenskultur verankern. Dazu müssen wir bei der Erreichung dieser und anderer Verbesserungsziele Fortschritte machen.

Was bedeutet „Generating Change“ für die Mitarbeiter von Uniper?

Wir erwarten, dass all unsere Mitarbeiter verantwortungsvoll denken und handeln. „Generating Change“ und Nachhaltigkeit sollen ein fester Bestandteil ihrer täglichen Arbeit werden. Wir wollen das Bewusstsein unserer Mitarbeiter weiter schärfen und ihnen die notwendigen Instrumente zur Verfügung stellen, mit denen sie eine nachhaltigere Denkweise in ihrem Alltag umsetzen können. Das gilt auch für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter sowie ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung. Deshalb schützen wir die Rechte unserer Mitarbeiter und bieten ihnen ein Arbeitsumfeld, in dem sie sich sicher und wohl fühlen können. Wir lehnen jede Form von Diskriminierung ab und fördern Chancengleichheit und Vielfalt. Auch für diese Bereiche haben wir Verbesserungsziele festgelegt. So wollen wir beispielsweise die niedrige Unfallrate (TRIF) aufrechterhalten und den Anteil von Frauen in Führungspositionen steigern.

Unserer Verpflichtung gerecht werden

Der Vorstand von Uniper trägt die Gesamtverantwortung für die Einführung und Umsetzung der konzernweiten Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Ein Vorstandsmitglied, Eckhardt Rümmler, ist als „Chief Sustainability Officer“ (CSO) benannt und berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über unsere strategischen Nachhaltigkeitsaktivitäten. Als oberstes Kontrollgremium überwacht der Aufsichtsrat die Einhaltung unserer Nachhaltigkeitsverpflichtungen.

Der Vorstand hat der Konzernfunktion „HSSE & Sustainability“ (Gesundheit, Arbeitsschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit) die Verantwortung zugewiesen, konzernweite ESG-Ziele und Steuerungsgrößen zu konzipieren sowie ESG-Risiken und neue Sachverhalte, die unser Unternehmen betreffen könnten, zu identifizieren. ESG steht für Environment, Social, Governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung).

Unsere Grundsatzerklärung zum Thema HSSE & Sustainability

Im Jahr 2017 unterzeichneten alle Vorstandsmitglieder eine Grundsatzerklärung zum Thema HSSE & Sustainability, die Ziele und Prioritäten des Konzerns in diesem Bereich definiert. Außerdem bildet die Grundsatzerklärung den Rahmen für die Entwicklung eines konzernweiten strategischen Nachhaltigkeitsplans (SSP) und enthält unsere spezifischen Verpflichtungen für die Bereiche HSSE & Sustainability.

Richtlinien und Verhaltenskodex

Uniper verfügt über Richtlinien, die festlegen, wie wir wesentliche ESG-Themen handhaben und wie wir sie innerhalb unserer Organisation stufenweise umsetzen. Die Richtlinien gelten konzernweit und werden regelmäßig überprüft.

Darüber hinaus haben wir einen Verhaltenskodex verabschiedet, der auf dem Engagement füreinander, für den Geschäftserfolg und für das lokale Gemeinwesen beruht. Er ist für alle Mitarbeiter verbindlich und legt zentrale Verhaltensgrundsätze fest, die alle bei Uniper befolgen müssen. Der Kodex behandelt zahlreiche Themen, unter anderem für den Bereich Compliance wie etwa die Bekämpfung von Korruption und Bestechung oder die Einhaltung von Menschenrechten. Auch wenn Dritte dem Uniper Verhaltenskodex nicht unterliegen, streben wir an, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die vergleichbare Grundsätze befolgen. Außerdem verpflichten wir die Lieferanten zur Einhaltung aller Vorgaben unseres Verhaltenskodex für Lieferanten.