Wasserkraft

Blau ist das neue Grün: Verlässliche und klimafreundliche Energie durch Wasser

                    

Wasserkraft ist die am längsten bestehende Technologie im Bereich der Erneuerbaren. Seit Jahrtausenden nutzen Menschen die Kraft des Wassers, um Pumpen und Wasserräder anzutreiben. Bereits im 19. Jahrhundert wurde das erste Wasserkraftwerk für die Stromerzeugung eingesetzt. Mit insgesamt 2 GW installierter Leistung sind wir einer der größten Betreiber von Wasserkraftwerken in Deutschland. In Schweden befinden sich weitere 1,5 GW, die dazu beitragen, das Land zu den Industrienationen mit dem kleinsten CO2-Fußabdruck zu machen.

Durch die Energiewende wird diese bewährte Form der Stromerzeugung wichtiger denn je: Wind- und Solarenergie nehmen rasant zu, aber schwanken witterungs- und wetterbedingt. Wasserkraft hingegen liefert verlässliche und grundlastfähige Energie. Sie lässt sich außerdem flexibel steuern und kann in größeren Mengen gespeichert werden. Wir nutzen Wasserkraftwerke im Fall eines größeren Netzausfalls, um das System wieder zum Laufen zu bringen.

Wasserkraftwerk Edersee

Interview mit Dr. Klaus Engels

Wasserkraft steht Wind- und Solarenergie als etablierter Partner zur Seite. In Schweden bildet Wasserkraft bereits seit Jahrzehnten das Rückgrat der Energieerzeugung. In Deutschland ist ihr Anteil geringer, aber dennoch wichtig: Insbesondere Pumpspeicherkraftwerke gleichen die schwer vorhersagbaren fluktuierenden Erneuerbaren aus, regulieren die Netzauslastung und unterstützen dadurch das Gelingen der Energiewende.

Dr. Klaus Engels, Leiter Wasserkraft Deutschland

Jede Kilowattstunde Wasserkraft wird nahezu CO2-frei erzeugt.

465.490

Flüge von Frankfurt nach Sydney und zurück

So hoch ist das CO2-Einsparpotenzial durch unsere Wasserkraftwerke in Deutschland (bezogen auf den aktuellen deutschen Erzeugungsmix; 12,46 Tonnen pro Flug).

Wasserkraft in Deutschland

Allein in Deutschland betreiben wir 108 hydroelektrische Anlagen, darunter Laufwasserkraftwerke sowie Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke. Sie nutzen entlang den Flüssen Lech, Isar, Donau und Main auf mehr als 1.000 km die natürliche Energie des Wassers. Hinzu kommt der hessische Edersee – einer der größten Stauseen Deutschlands.

Die Verantwortung für ihren sicheren und wirtschaftlichen Betrieb teilen sich vier sogenannte Flussgruppen. Die Aufgabe der Mitarbeiter in den Flussgruppen ist es, das Umland vor Überflutungen zu schützen und Umweltschäden zu verhindern. Sie pflegen außerdem enge Kontakte mit verschiedenen Stakeholdern, von Bürgermeistern und Landräten über Parlamentarier bis zu Naturschutzverbänden und anderen Nichtregierungsorganisationen.

Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Stromquellen lässt sich Wasserkraft flexibel steuern und kann Energie speichern.

Wie funktioniert das?

Manche Wasserkraftwerke, sogenannte Pumpspeicherkraftwerke, können sogar je nach Bedarf zwischen Stromproduktion und Stromspeicherung hin- und herschalten: Ist genügend Strom im Netz, nutzen sie den Überschuss, um Wasser in höhergelegene Bassins zu pumpen. Von dort aus kann es aufgrund des Gefälles jederzeit wieder zur Stromerzeugung genutzt werden. Auf diese Weise gleichen unsere Pumpspeicherkraftwerke Netzschwankungen aus und regulieren die Netzfrequenz sowie -spannung. Damit sind sie für die Netzstabilität und die Integration der nicht regelbaren, regenerativen Stromerzeugung aus Wind und Sonne von entscheidender Bedeutung. Außerdem nutzen wir die Wasserkraftwerke im Fall eines größeren Netzausfalls, um das System wieder zum Laufen zu bringen.

Pumpspeicherkraftwerke verfügen über einen Gesamtwirkungsgrad von 70 % bis 80 %. So viel von der zum Hinaufpumpen benötigten Energie lässt sich beim Abfließen über die Turbinen zurückgewinnen. Derzeit ist diese Technologie die einzige Möglichkeit, größere Energiemengen effektiv und dauerhaft zu speichern.

2016

98,5 %

durchschnittliche Anlagenverfügbarkeit der Wasserkraftwerke

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