Sichere und zuverlässige Energieversorgung

70%

der 2016 in Deutschland zur Stabilisierung der Netze eingesetzten Reservekraftwerke waren Teil unserer Flotte (3,2 GW von insgesamt 4,7 GW)

38,2 GW

Erzeugungskapazität in 7 Ländern für eine sichere Energieversorgung

Nahezu 91%

Verfügbarkeit der konventionellen Kraftwerke

8,5 Mrd m3

Gasspeicher-Kapazität1)

keine Vorfälle

oder Geldbußen in Verbindung mit der Lieferung von Produkten und Leistungen an Kunden

Für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung

Die Energiewende schreitet in Deutschland rapide voran. Aber auch in vielen anderen Ländern wird immer mehr Strom aus regenerativen Energien erzeugt. Wind und Sonne spielen dabei die zentrale Rolle. Allein hierzulande stellten 2016 mehr als 28.000 Windenergie- und 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen insgesamt rund 90 GW Leistung zur Verfügung. Das ist Fakt. Doch der Ausbau der regenerativen Energieträger stellt die Energieversorgung auch vor zahlreiche Herausforderungen. Was geschieht etwa, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint?

An bewölkten, windstillen Tagen ist es unerheblich, wie viele Wind- oder Solaranlagen bereits installiert wurden – sie allein können keine zuverlässige Energieversorgung gewährleisten. In diesem Fall springen wir mit unseren flexiblen Kraftwerken und Speichern ein. Die Menschen in den größeren Industrieländern sind seit Jahrzehnten an eine zuverlässige Energieversorgung gewöhnt. Mehr noch: Wesentliche Teile unserer Industrien und damit das Wohlergehen des Landes hängen davon ab.

Als eines von Europas größten Energieunternehmen befinden sich zahlreiche Wasser-, Gas- und Kohlekraftwerke in unserem Portfolio. Einige Kohlekraftwerke rüsten wir auf die Mitverbrennung von Biomasse um. In Schweden betreiben wir auch Kernkraftwerke.


Wir verfügen außerdem über Energiespeicher, langfristige Gaslieferverträge sowie Kapazitäten zur Regasifizierung von Flüssiggas. Damit tragen wir wesentlich dazu bei, dass die Verbraucher sich auch in Zukunft auf ihre Strom- und Wärmeversorgung verlassen können.

Gleichzeitig sind wir als Berater und Entwicklungspartner für andere Unternehmen aktiv. Unter anderem helfen wir ihnen, Netze und Kraftwerke störungsfrei zu betreiben, wodurch sie ihre Kunden zuverlässig versorgen können, oder die eigene Energieeffizienz zu steigern.

Schnell regelbare und moderne Wasser-, Gas- und Kohlekraftwerke bieten, was Wind und Sonne alleine nicht können: Eine verlässliche und komplett regelbare Stromversorgung rund um die Uhr. Konventionelle Kraftwerke sind eine wichtige Stütze für die Erneuerbaren und helfen so, die Energiewende erfolgreich voranzubringen.

Klaus Schäfer, Vorstandsvorsitzender

Wir springen bei einer „Dunkelflaute“ ein

Strom aus der Steckdose ist heutzutage für uns alle selbstverständlich. Wann immer wir wollen, können wir fernsehen, Musik hören oder die Spülmaschine laufen lassen  –  zu jeder Tages- und Nachtzeit an 365 Tagen im Jahr. Gleichzeitig erleben wir derzeit einen dynamischen Wandel des Energiemarkts, besonders in Westeuropa. Dieser Wandel wird vor allem durch die politischen Vorgaben angetrieben: Die deutsche Bundesregierung beispielsweise beabsichtigt, bis 2025 den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf 40 bis 45 % zu steigern. Parallel hierzu sollen bis zum Jahr 2022 sämtliche Kernkraftwerke in den Ruhestand geschickt werden, sodass ein großer Teil der bisherigen Stromerzeugungskapazitäten vom Markt verschwindet.

Sonne und Wind sind CO2-freie Energiequellen. Doch die Sonne scheint nicht jeden Tag. Auch der Wind bläst nicht immer ausreichend stark. Wenn beides ausbleibt, spricht man von einer „Dunkelflaute“ – dies passiert mehrmals im Jahr. So auch am 24. Januar 2017: Morgens vor Sonnenaufgang rührte sich kein Lüftchen. Deutschlandweit standen die meisten Windturbinen still. Gleichzeitig schalteten die Menschen überall im Land die Lichter an, drehten Warmwasserhähne auf und stellten die Heizung höher.

Woher kommt an solchen Tagen unser Strom? Aus Kraftwerken, die in der Lage sind, die Schwankungen der Erneuerbaren auszugleichen. Bei uns sind dies Gaskraftwerke zur Deckung der Spitzennachfrage ebenso wie hochmoderne Kohlekraftwerke, die ihre Leistung schnell herauffahren können, wenn sie gebraucht werden, und ebenso schnell herunterfahren können, sobald der Wind wieder auffrischt.

Wir betreiben die Kraftwerke an mehreren für das Energiesystem in Deutschland besonders wichtigen Orten. Sie gleichen Lastschwankungen schnell und flexibel aus. Dort, wo es Herausforderungen gibt, sorgen sie für stabile Netze und verlässliche Energie.

Anforderungen an die Versorgungssicherheit in Deutschland

Unsere neuen Kohlekraftwerke wie etwa Maasvlakte 3 in den Niederlanden oder Datteln 4 in Deutschland, das im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll, setzen industrieweite Standards bei der Effizienz und Umweltleistung. Energie- und Prozesseffizienz Sie können ihre Energieproduktion flexibel regulieren und so das schwankende Angebot erneuerbarer Energien in den Netzen ausgleichen. Allein Datteln 4 wird nach seiner Inbetriebnahme in der Lage sein, Produktionsschwankungen großer Windparks von mehreren hundert Megawatt binnen weniger Minuten auszugleichen.

Auch die Bedeutung von Reservekraftwerken ist für das Gelingen der Energiewende enorm: In Deutschland ist die Zahl netzstabilisierender Eingriffe durch den Einsatz von Reservekraftwerken, um großflächige Stromausfälle zu verhindern, deutlich gestiegen. Gleiches gilt für die damit einhergehenden Kosten. Kamen zum Beispiel Reservekraftwerke noch im Winter 2014/2015 (Oktober bis April) an insgesamt nur sieben Tagen zum Einsatz, so waren es im Winter 2015/16 schon ganze 93 Tage. Bestimmender Faktor für diese Einsätze ist in der Regel die Wetterlage: Extrem hohe Einspeisungen aus überschüssiger Windkraft im Norden Deutschlands können nicht nach Süden transportiert werden und bringen so das Netz an die Belastungsgrenze. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen, da der notwendige Netzausbau nicht mit dem gleichzeitigen Ausbau der Erneuerbaren Energien Schritt halten kann. Dies zeigt: Uniper-Backup-Kraftwerke werden auch zukünftig dringend benötigt, um die Versorgung zu sichern.

Um schnell reagieren zu können, müssen insbesondere Gaskraftwerke ständig im Bereitschaftsmodus betrieben werden. Die ohnehin schon hohe Flexibilität und Effizienz steigern wir durch gezielte Maßnahmen. Dadurch reduzieren sich auch die Anfahrtszeiten der Kraftwerke. Wie wir hierbei vorgehen, zeigen zwei Modernisierungsprojekte an unseren britischen Gas-und-Dampf- (GUD-) Kraftwerken:

2016 begannen wir mit der Modernisierung des Cottam-Development-Centre-Kraftwerks aus dem Jahr 1999. Die Maßnahme soll 2017 abgeschlossen sein und den Brennstoffverbrauch sowie die Emissionen deutlich senken: Die Energieeffizienz der Anlage wird sich um etwa 4,5 Prozentpunkte auf 58 % erhöhen und die Anfahrzeit sich in etwa halbieren.

Auch an unserer Anlage Grain in der Grafschaft Kent werden wir die Effizienz weiter steigern: Nach seiner Fertigstellung werden beim „Heißstart“ – das Kraftwerk ist vor dem Start auf eine Mindestlast gedrosselt – voraussichtlich 46 % weniger Brennstoff verbraucht, da es Kraftwerk bis zu 48 Minuten schneller hochfahren wird.

Aufgrund der schwankenden Einspeisung der Erneuerbaren, insbesondere von Windenergie, werden solche kurzen Hochfahrzeiten immer gefragter sein (sogenannte Minutenreserven). Wie schnell einzelne Kraftwerkstypen im Durchschnitt hochfahren können, zeigen folgende Zahlen:

< 30 Minuten

Anfahrzeit bei neuesten Gaskraftwerken2)

< 5 Minuten

Anfahrzeit bei Laufwasserkraftwerken

90 Sekunden

Anfahrzeit bei Pumpspeicherkraftwerken

Viele unserer Kraftwerke sind sogar so wichtig für die Versorgungssicherheit, dass uns der Übertragungsnetzbetreiber die Stilllegung untersagt, obwohl dies aus ökonomischer Sicht geboten wäre.

In Deutschland verdient ein Kraftwerk nur Geld, wenn es Strom produziert. Aufgrund des Ausbaus der Erneuerbaren Energien – und deren vorrangiger Einspeisung in das Stromnetz – sinkt die Stromproduktion insbesondere von Gaskraftwerken deutlich. Eine fehlende Wirtschaftlichkeit ist die Folge. Aus Gründen der Versorgungssicherheit und Netzstabilität werden diese Kraftwerke aber dringend benötigt und vom Netzbetreiber entsprechend „angefordert“. Diese Absicherungsleistung, auf die sich jeder Stromkunde in Deutschland verlassen kann, wird jedoch nicht angemessen vergütet. Vielmehr werden die Eigentümer durch gesetzliche Rahmenbedingungen gezwungen, diese Leistung zu nicht kostendeckenden Preisen zu erbringen. Das hohe Gut der Versorgungssicherheit wird damit auf staatliches Betreiben in Anspruch genommen, ohne diese Leistung angemessen zu vergüten. Dies muss sich ändern, zumal die Bedeutung dieser Reservekraftwerke in den nächsten Jahren sicher noch zunehmen wird. Die Feuerwehr wird ja auch nicht nach der Menge des verbrauchten Löschwassers bezahlt, sondern dafür, dass sie – wenn sie gebraucht wird – immer schnell und zuverlässig zur Stelle ist.

Netzinstabilitäten können die Risiken für Stromausfälle erhöhen. Reservekraftwerke werden durch den permanenten Betrieb im Bereitschaftsmodus sowie das häufige Hoch- und Herunterfahren heute stärker beansprucht als in der Vergangenheit. Dadurch steigt ihr Wartungsbedarf – mit möglichen Stillstandzeiten als Folge.

2016 belief sich die Summe der ungeplanten und geplanten Stillstandzeiten unserer konventionellen Kraftwerke auf 19,2 TWh – genug um den Bedarf von 5 Millionen Haushalten3) für ein Jahr zu decken.

Stillstandzeiten 2016 (geplant, ungeplant)

Konventionelle Kraftwerke Durchschnittliche Verfügbarkeit
in %
Summe geplante Stillstandzeiten1)
in TWh
Summe ungeplante Stillstandzeiten2)
in TWh

Deutschland

88

3,01

4,74

Frankreich

85

1,65

0,76 

Großbritannien

90

2,08

2,11

Niederlande

86

0,48

2,99

Russland

Schweden

90

1,02

0,32

Ungarn

96

0,05

0,03

Zahlen beinhalten keine Kraftwerke in Belgien (Langerlo veräußert im Januar 2016; Vilvoorde in strategischer Reserve und nicht in Betrieb)
1) Kraftwerke gehen (ungeplant) vom Netz, z.B. aufgrund eines technischen Defekts
2) Kraftwerke gehen (geplant) vom Netz, z.B. aufgrund von Wartungsarbeiten

Energiespeicher als „Backup“

Damit die Energiewende gelingt, brauchen wir neben flexibel regelbaren Kraftwerken weitere Verfahren zur Absicherung der Energieversorgung. Eine Methode ist es, überschüssigen Strom von besonders wind- und sonnenreichen Tagen zu speichern, damit er später genutzt werden kann. Dazu bieten sich unterschiedliche Technologien an – vom Pumpspeicherkraftwerk bis hin zur Speicherung in Form von Gas oder in Batterien.

Zuverlässige Energiereserven aus Pumpspeicherkraftwerken

Mit knapp 2 GW installierter Leistung an Wasserkraftwerken haben wir 2016 5 TWh Strom erzeugt. Damit sind wir einer der größten Erzeuger CO2-freien Stroms aus Wasser in Deutschland4). Klimawandel In Schweden befinden sich weitere 1,5 GW an installierter Leistung. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Stromquellen lässt sich Wasserkraft flexibel steuern. Manche von ihnen, sogenannte Pumpspeicherkraftwerke, können sogar je nach Bedarf zwischen Stromproduktion und Stromspeicherung hin- und her schalten: Ist genügend Strom im Netz, nutzen sie den Überschuss, um Wasser in höhergelegene Bassins zu pumpen. Von dort aus kann es aufgrund des Gefälles jederzeit wieder zur Stromerzeugung genutzt werden. Auf diese Weise gleichen unsere Pumpspeicherkraftwerke Netzschwankungen aus und regulieren die Netzfrequenz sowie ‑spannung. Damit sind sie für die Netzstabilität und die Integration der nicht regelbaren, regenerativen Stromerzeugung aus Wind und Sonne von entscheidender Bedeutung. Außerdem nutzen wir die Wasserkraftwerke im Fall eines größeren Netzausfalls, um das System wieder zum Laufen zu bringen.

Pumpspeicherkraftwerke verfügen über einen Gesamtwirkungsgrad von 70 % bis 80 %. So viel von der zum Hinaufpumpen benötigten Energie lässt sich beim Abfließen über die Turbinen zurückgewinnen. Derzeit ist diese Technologie die einzige Möglichkeit, größere Energiemengen effektiv und dauerhaft zu speichern.

Verfügbarkeit von Wasserkraftwerken (2016)

Wasserkraftwerke
(operatives Management)
Verfügbarkeit Wasserkraft (2016)
in %
Deutschland: Laufwasserkraftwerke und Speicher 98,3
ungeplante Nichtverfügbarkeit1) 0,5
geplante Nichtverfügbarkeit2) 1,2
Schweden: Laufwasserkraftwerke und Speicher 98,9
ungeplante Nichtverfügbarkeit 0,6
geplante Nichtverfügbarkeit 0,5
Deutschland: Pumpspeicherkraftwerke 85,5
ungeplante Nichtverfügbarkeit 7,9
geplante Nichtverfügbarkeit 6,6
1) Kraftwerke gehen (ungeplant) vom Netz, z.B. aufgrund eines technischen Defekts
2) Kraftwerke gehen (geplant) vom Netz, z.B. aufgrund von Wartungsarbeiten

Neue Speichertechnologien entwickeln

Doch Wasserkraft ist nicht überall verfügbar. Darum ist es wichtig, weitere Technologien zu entwickeln, die erneuerbare Energie aus wind- oder sonnenreichen Regionen dort speichern können, wo sie erzeugt wird. Denn wenn mehr Strom produziert als nachgefragt wird, entstehen lokale Überschüsse, die in andere Netzabschnitte geleitet werden müssen. Wird dies durch Netzengpässe verhindert, müssen Windparks ihre Leistung drosseln oder sogar abgeschaltet werden.

Deshalb arbeiten wir daran, überschüssige Wind- oder Solarenergie mit der Power-to-Gas-Technologie in Wasserstoff oder Methan umzuwandeln. Dieses sogenannte WindGas kann für viele Anwendungen in Industrie und Verkehr oder zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt werden. Vor allem Methan (synthetisches Erdgas) kann uneingeschränkt in das Erdgasnetz eingeleitet oder in unterirdische, bereits bestehende Gasspeicher eingespeist werden. In der Praxis erproben wir die Power-to-Gas-Technologie bereits seit mehreren Jahren beispielsweise im brandenburgischen Falkenhagen. Klimawandel – Falkenhagen

Eine weitere Möglichkeit der Energiespeicherung bietet sich durch Batterietechnologien (Power-to-Power). Bisher gibt es allerdings keine großtechnischen Lösungen hierfür. Gemeinsam mit der RWTH Aachen haben wir einen Prototyp entwickelt, der fünf verschiedene Batterietechnologien in einem hybriden Gesamtsystem vereint. Im September 2016 nahmen wir hierzu eine Testanlage mit insgesamt 25.000 Batteriezellen in Betrieb. Sie kann mehrere Megawatt an Kapazität aufnehmen und ist speziell für den dezentralen Betrieb von erneuerbaren Energien in Industrieanlagen konzipiert.

Stabile Versorgung sicherstellen

Unser Kerngeschäft besteht nicht nur aus der Bereitstellung flexibler Reservekapazitäten. Wir erzeugen außerdem rund um die Uhr Strom zur Abdeckung der Grund- und Mittellast. Mit 38,2 GW installierter Erzeugungskapazität zählen wir zu den großen Stromerzeugern in Europa (inklusive Russland).

38,2 GW

installierte Kapazität

138,7 Mrd kWh

in eigenen Kraftwerken erzeugte Strommenge

31 Jahre

durchschnittliches Alter unserer Gas- und Kohlekraftwerke

0 €

derzeit für Kohleneubauprojekte geplant 5)

Aus meiner Sicht geht es gar nicht mehr um das „Ob“ des Kohleausstiegs. Wir, Uniper, werden in Deutschland kein neues Kohlekraftwerksprojekt mehr anstoßen. Dies macht weder ökonomisch noch ökologisch Sinn. Und wenn nicht mehr gebaut wird, ist das Ende der Technologie in Deutschland absehbar. Insoweit geht es doch jetzt letztlich um das „Wie“.

Klaus Schäfer,Vorstandsvorsitzender

Es ist wichtig, dass wir unsere Kraftwerke technisch regelmäßig modernisieren. Nur so können wir eine hohe Verfügbarkeit und Effizienz der Anlagen garantieren und Ausfälle verhindern. Die meisten Versorgungsausfälle lassen sich auf Extremwetter oder eine geringe Qualität der Übertragungsnetze zurückführen. Aber auch Naturkatastrophen, IT-Ausfälle, Terrorangriffe, Feuer, Explosionen oder politische Instabilitäten können eine stabile Versorgung gefährden. Entscheidende öffentliche Dienstleistungen hängen von unserer Elektrizitäts- und Gasversorgung ab. Deshalb hat es neben der Sicherheit für uns höchste Priorität, Versorgungsausfälle zu vermeiden.

90,7%

durchschnittliche Anlagenverfügbarkeit der konventionellen Erzeugung

98,5%

durchschnittliche Anlagenverfügbarkeit der Wasserkraftwerke

Als einer der führenden Energieerzeuger Europas tragen wir große Verantwortung für eine sichere Energieversorgung. Wir verfügen über einen Kraftwerkspark, der dazu beiträgt, auf Krisenentwicklungen jeder Art sofort zu antworten und diese zuverlässig und zeitnah zu bewältigen. Alle dafür notwendigen Verfahren entwickeln wir kontinuierlich weiter. Hierzu gehört auch unser integriertes Asset-Management-System. Es hat die Aufgabe, einen möglichst kosteneffizienten und zuverlässigen Betrieb unserer Anlagen sicherzustellen, ohne Abstriche bei Sicherheit, Gesundheit oder Umwelt. Die Prinzipien hierfür haben wir in unserer Physical Asset Policy festgeschrieben. Sie sind im gesamten Lebenszyklus einer Anlage einzuhalten – von der Planung bis zur Demontage. Zudem haben wir weitere Managementprozesse eingeführt, mit denen wir anlagenbezogene Risiken ebenso wie Marktrisiken für unser Geschäft analysieren können.

Unsere Verantwortlichkeiten im Asset-Management

Die Umsetzung der Prinzipien unserer Physical Asset Policy kann nur sichergestellt werden, wenn alle im Unternehmen ihren Beitrag dazu leisten. Das betrifft insbesondere Mitarbeiter, die im Bereich unserer Anlagen tätig sind. Dazu sind Verantwortlichkeiten, Prozesse und Richtlinien festgelegt. Das beinhaltet auch die Themen Sicherheit, Geschäftskontinuität und Krisenmanagement. Verantwortlich für deren effektive Berücksichtigung im Asset Management ist der Chief Operating Officer (COO).

Dabei teilen sich drei Abteilungen zentrale Funktionen im Asset Management: Corporate Security ist zuständig für den Rahmenplan, die Richtlinien und die Überwachung der Maßnahmen im Bereich der Sicherheit. Process Safety überwacht die Aktivitäten bei der Anlagen- und Prozesssicherheit. HSSE Governance & Solutions übernimmt diese Aufgabe für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz.

Sollte es dennoch zu kritischen Ereignissen kommen ist es Auftrag des COO, das Team für das Krisenmanagement zusammenzustellen. Er trägt außerdem die Verantwortung dafür, eine Organisationsstruktur zu schaffen, die krisenhafte Situationen jeder Art bewältigen kann und für reibungslose Abläufe sorgt.

Am 1. Februar 2016 brach ein Feuer im Kesselhaus des Blocks GRES TG 3 des Kraftwerks Berjosowskaja in Russland aus, durch das wesentliche Komponenten des 800-MW-Kessels beschädigt wurden, die nun ersetzt werden müssen. Der Kraftwerksblock ist für Reparaturarbeiten außer Betrieb.

Erdgas: Partner für Wind und Sonne

Der ideale Partner für Wind- und Solarenergie ist Erdgas. Zum einen ist es relativ kohlenstoffarm. Zum anderen arbeiten Gaskraftwerke besonders effizient und können ihre Leistung innerhalb weniger Minuten anpassen und so die Produktionsschwankungen der Erneuerbaren ausgleichen sowie die Netze stabilisieren. Deshalb wird der Brennstoff für das Energiesystem der Zukunft immer wichtiger. Wir betreiben Gaskraftwerke in verschiedenen Ländern.

50%

Anteil Gaskraftwerke im Erzeugungsportfolio

Außerdem beziehen wir Erdgas, mit dem wir einen wichtigen Beitrag zur zuverlässigen Wärmeversorgung in Europa leisten. Viele heimische Vorkommen in europäischen Ländern sind hierfür allerdings zu klein, deshalb beziehen wir unser Erdgas von Produzenten aus verschiedenen Ländern. Dazu gehören vor allem Deutschland, die Niederlande, Norwegen und Russland.

2016 haben wir 407 TWh Erdgas bezogen. Dies geschieht auf Grundlage langfristiger Verträge, mit denen wir unseren diversifizierten Gaseinkauf auf eine sichere Grundlage gestellt haben. Zusätzlich kaufen und verkaufen wir Gas an den europäischen Börsen. Die verkauften Mengen beliefen sich 2016 auf 1.725,7 TWh. Davon wurden 84 Prozent an Groß- und Geschäftskunden verkauft.

Insbesondere verflüssigtes Erdgas (Liquified Natural Gas – LNG) wird als Bestandteil des europäischen Energiemixes immer wichtiger. Wir beschaffen, transportieren und vermarkten es weltweit. Wir beziehen neben den oben genannten Ländern Gas in Form von LNG von Produzenten aus Katar und Algerien sowie zukünftig auch aus den USA und Kanada. Wir haben einen Beschaffungsvertrag mit 20-Jähriger Laufzeit über 800.000 Tonnen LNG pro Jahr, welche in den USA gefördert werden, abgeschlossen. LNG erreicht Europa auf großen Tankschiffen. Anschließend wird es an speziellen Terminals wieder in seinen gasförmigen Zustand umgewandelt (Regasifizierung), ins Pipelinesystem eingeleitet und verwendet, um Strom und Wärme zu erzeugen. LNG selbst kann außerdem als klimafreundlicher alternativer Kraftstoff vor allem im LKW-, Schiffs- und Schienenverkehr eingesetzt werden. Wir betätigen uns in der LNG-Wertschöpfungskette vom Einkauf und Handel über die Regasifizierung bis hin zum künftigen Betrieb von LNG-Tankstationen. Durch unseren Zugang zum globalen LNG-Markt können wir unseren Kunden umfassende und kostengünstige Servicepakete anbieten. Dennoch besteht grundsätzlich das Risiko von Lieferunterbrechungen, z.B. aus technischen Gründen oder sonstigen Einschränkungen im Transit. Da die Uniper-Gruppe den Großteil des Gases aus Russland bezieht, ist sie in besonderem Maße Risiken im Zusammenhang mit der politischen Lage ausgesetzt. Derzeit bestehen vor allem Risiken im Rahmen Ukraine-Konflikts.

Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden bei der Planung, dem Bau und der Inbetriebnahme ihrer Pipeline-Infrastruktur sowie im Management von Gasnetzen, speichern und versorgungsprojekten. Unsere eigenen Gasspeicher spielen eine Schlüsselrolle bei der sicheren und flexiblen Gasversorgung für Verbraucher vorwiegend in Deutschland, aber auch in anderen Ländern Europas. Wir betreiben Speicheranlagen in Deutschland, Großbritannien sowie Österreich und verfügen in Deutschland mit 6.8 Mrd m3 über die landesweit größten Kapazitäten6).

Services mit jahrzehntelanger Erfahrung

Unsere Ingenieure verfügen über jahrzehntelange Erfahrung im Energiemarkt. Dieses umfangreiche Wissen nutzen wir, um die Zukunft der Energieversorgung mitzugestalten. Dazu stellen wir für unseren Kunden ein breites Portfolio an Ingenieursservices und technischen Dienstleistungen bereit. Unter anderem helfen wir den Betreibern konventioneller Kraftwerke, ihre Flexibilität, Effizienz und Verfügbarkeit zu steigern. Außerdem unterstützen wir Windparkbetreiber dabei, die Verfügbarkeit ihrer Anlagen zu optimieren und Kosten zu senken. Klimawandel

Wir erweitern stetig unser Wissen darüber, wie komplexe Industrieanlagen instandgehalten und verwaltet werden. Auch dieses Know-how bieten wir anderen Akteuren der Energieversorgungskette – beispielsweise den Transportnetzbetreibern – an, um ihnen ein sicheres Anlagenmanagement zu erleichtern. Wir unterstützen unsere Kunden mit flexiblen, individuell bedarfsangepassten Dienstleistungen. Sie reichen vom Bau und Betrieb der Kraftwerke über die Beschaffung von Brennstoffen (Kohle, Erdgas, LNG), dem Energie- und Rohstoffhandel bis zur Vermarktung.

Wir sind überzeugt, dass die Energiewelt in Zukunft stärker auf Partnerschaften basieren wird. Deshalb vertiefen wir die Zusammenarbeit mit unseren Großkunden und arbeiten eng mit ihnen zusammen, um innovative Produkte und maßgeschneiderte Lösungen für ihre spezifischen Bedürfnisse zu entwickeln.

Unser langjähriger Kunde RW silicium ist ein in Südostdeutschland ansässiger Hersteller von Rohlicium. Für seine Produktion benötigt er sehr viel Energie, sodass es zu Überlastungen im Stromnetz kommen kann. Im Rahmen unserer Geschäftsbeziehung haben wir dem Unternehmen Zugang zur sogenannten Flexibilitätsvermarktung verschafft. Dabei steuern unsere Experten den Energiebedarf unseres Kunden. Sie gleichen Angebot und Nachfrage aus und vermeiden Netzüberlastungen. Auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers können sie sogar  per Fernüberwachung die Produktion von RW silicium reduzieren und damit den Energieverbrauch innerhalb von fünf Minuten um bis zu 30 MW senken. Dadurch tragen wir zur Stabilisierung des Stromnetzes bei. Als Belohnung für seine Flexibilität erhält RW silicium eine Vergütung vom Netzbetreiber.


1) Zahl beinhaltet auch Anlagen, an denen wir lediglich die Betriebsführung inne hatten
2) z.B. CCGT Irsching 5 (im Betrieb seit 2011)
3) durchschnittlicher jährlicher Konsum von 4.000 kWh pro Haushalt
4) Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur (März 2017)
5) Ausgenommen ist das laufende Projekt in Datteln (wir planen die Fertigstellung in der ersten Hälfte des Jahres 2018) sowie Ausgaben für Wartungsarbeiten
6) speicherfähiges Arbeitsgasvolumen (technisch)

Geprüfte Inhalte

Ausgewählte Kennzahlen, die einer betriebswirtschaftlichen Prüfung unterzogen wurden, sind mit einem Symbol   gekennzeichnet.
Qualitative Inhalte der Managementansätze waren ebenfalls Bestandteil der betriebswirtschaftlichen Prüfung.

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