Ressourceneffizienz

20,8 %

weniger Kohle für Uniper-Kraftwerke verwendet als im Vorjahr

2,5 Mio t

zurückgewonnene Nebenprodukte1) aus der Stromerzeugung konventioneller Kraftwerke

Lediglich 6 %

der Rückstände2) aus thermischer Erzeugung fielen als Abfall an und wurden entsprechend entsorgt

Ressourcen schonen – Zukunft sichern

Die Weltbevölkerung lebt über ihre ökologischen Verhältnisse. Der sogenannte Earth Overshoot Day – der Tag, an dem die Menschheit ihr Jahresbudget an natürlichen Ressourcen erschöpft hat – wird immer früher erreicht. Das liegt vor allem an dem Wirtschaftswachstum in Industrie- und vor allem Schwellenländern. Der global steigende Energiebedarf ist hierbei ein wichtiger Faktor. Um Energie bereitzustellen, setzen wir Kohle, Gas oder auch Biomasse ein – Brennstoffe, die nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen werden. Für uns hat es deshalb höchste Priorität, effizient und verantwortungsvoll mit diesen Ressourcen umzugehen.

Aus jedem eingesetzten Kilogramm Brennstoff wollen wir so viel Energie wie möglich herausholen. Dadurch verkleinern wir nicht nur unseren ökologischen Fußabdruck, wir senken gleichzeitig unsere Kosten. Ein geringerer Ressourcenverbrauch macht uns auch unabhängiger von den jeweiligen Märkten. Mit der Brennstoffbeschaffung sind Chancen, aber auch vielfältige Risiken verbunden. In der Kohlelieferkette können dies beispielsweise Menschenrechtsverletzungen sein, in Gasförderländern politische Unsicherheiten oder in Ländern, in denen Biomasse angebaut wird, negative Auswirkungen auf die Biodiversität. Wir versuchen diese Risiken zu vermeiden. Darüber hinaus bekennen wir uns zu einem sorgsamen Umgang mit Wasser und Abfällen.

Zentrale Verantwortung

Die Beschaffung ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um die Nutzung unserer Ressourcen zu optimieren und dadurch Umweltauswirkungen zu minimieren. Die zentrale Verantwortung hierfür trägt bei uns die Abteilung Global Origination Desk. Sie hat die gesamte Versorgungskette für unser Strom- und Gasgeschäft weltweit im Blick – und zwar in Echtzeit. Ihre Aufgabe ist es, Brennstoffe sowie Rohmaterialien schnell und günstig zu beschaffen. Schwerpunkte bilden unter anderem Erdgas, verflüssigtes Erdgas (Liquefied Natural Gas – LNG), Kohle sowie Biomasse (Holzpellets). Die Rohstoffe nutzen wir nicht nur für unsere eigenen Kraftwerke. Wir handeln sie auch beispielsweise an Rohstoffbörsen oder vertreiben Kraftwerksnebenprodukte an unsere Kunden. 

Brennstoffverbrauch (Uniper-Kraftwerke exklusive Handel mit Dritten)

Erdgas1)                                 

Mrd m3

Steinkohle/Braunkohle  

Mio t

Deutschland

0,3

Deutschland

5,2

Großbritannien

2,1

Frankreich     

1,1

Niederlande

0,3

Großbritannien

0,5

Russland

11,9

Niederlande

4,3

Schweden

0,1

Russland2)

4,5

Ungarn  

0,3

 

 

Öl, Biomasse und Kernbrennstoffe sind nicht Bestandteil der Tabelle, da die relative installierte Kapazität (10,4 % des gesamten Uniper-Energiemixes) größeren Rückbau- und Stilllegungsprojekten unterliegt, die unseren Betrieb direkt betreffen. Ab 2017 werden wir unseren Brennstoffverbrauch komplett offenlegen.
1) Die Zahlen beinhalten keine Anlagen in Langerlo, Belgien (veräußert im Januar 2016). In Vilvoorde, Belgien, wurden 1.020.337 m3 Erdgas verbraucht (in strategischer Reserve und nicht in Betrieb). 
2) nur Braunkohle

2016 haben wir ein modernes Verfahren eingeführt, um die Arbeit der Abteilung und der lokalen Beschaffungsteams noch effizienter zu koordinieren und zu steuern. Unter anderem wurden die Abläufe rationeller gestaltet und die Kommunikation zwischen den beteiligten Teams verbessert. Dadurch können wir unsere Anlagen immer bedarfsgerecht und damit kosteneffizient mit Brennstoff versorgen und unnötige Bestände vermeiden.

Weniger Einsatz, mehr Ertrag

Auch mit unserem Anlagenmanagement sowie Modernisierungsmaßnahmen tragen wir zu einer effizienten Ressourcennutzung bei. Heute lässt sich beispielsweise aus Steinkohle fast doppelt so viel Energie erzeugen wie im Jahr 1950. Und weitere Effizienzverbesserungen sind möglich. Gleichzeitig verringert sich unser Bedarf an Kohle durch Kraftwerke, die geringer ausgelastet, verkauft oder aus Altersgründen stillgelegt werden. Im Jahr 2016 wurde insgesamt 20,8 % weniger Kohle für Uniper-Kraftwerke in der EU verwendet als im Vorjahr. Unsere Standorte

Um den Verbrauch natürlicher Ressourcen weiter abzusenken, führten wir 2016 ein neues integriertes Managementsystem ein. Es basiert auf unserer „Physical Asset Policy“ sowie der „Health Safety, Security and Environment (HSSE) Management Policy“. Beide legen unter anderem im Detail fest, wie wir mit Ressourcen umgehen. Unser Anlagenmanagement sorgt dafür, dass wir dabei so effizient wie möglich vorgehen. 

Um neue Umweltrichtlinien in die Tat umzusetzen, muss man zunächst die Grundlagen dafür lernen. Wie können wir Umweltthemen am besten in unsere betrieblichen Abläufe integrieren? Wie priorisieren wir verschiedene Aspekte? In Russland wurde 2017 zum „Jahr der Ökologie“ erklärt – ein starkes Signal für den Naturschutz des Landes. In Vorbereitung darauf hat Unipro, unsere Erzeugungsgesellschaft in Russland, im Dezember 2016 einen Pilotworkshop im Kraftwerksstandort Smolenskaya gestartet. Dabei wurden in Teamsitzungen Ansätze entwickelt, um sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte in geschäftliche Entscheidungsprozesse zu integrieren. Dies ist ein guter Ausgangspunkt für weitere Fortschritte und ein Vorbild für andere Standorte.

Kreisläufe schließen

Ein vielversprechender Ansatz, dem wir uns verstärkt zuwenden wollen, ist die Kreislaufwirtschaft. Dabei werden Rohstoffe möglichst abfall- und emissionsfrei zurückgewonnen und so lange wie möglich wiederholt eingesetzt. So kann etwa mit Abfällen oder Biomasse auf ressourcenschonende Weise Energie erzeugt werden. Auch das Klima kann von einer kreislauforientierten Wirtschaft profitieren: Nebenprodukte werden wieder nutzbar gemacht. Damit gestalten wir unsere Rohstofflieferketten nachhaltiger und unabhängiger.

Bereits jetzt arbeiten wir daran, unseren ökologischen Fußabdruck noch weiter zu verringern, indem wir Abfälle vermeiden oder verwerten. Sie entstehen sowohl in unserer operativen als auch in unserer projektbezogenen Tätigkeit beispielsweise bei der Verbrennung von Kohle oder beim Betrieb und der Demontage von Kernkraftwerken. Es ist unser Ziel, so viele Abfälle wie möglich weiterzuverwenden. Doch unsere vordringliche Aufgabe besteht darin, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Deshalb betreiben wir unsere Kraftwerke so effizient wie möglich. Denn dieses Vorgehen verringert den Brennstoffeinsatz und das damit verbundene Abfallaufkommen. Verbleibende Abfälle werden in enger Zusammenarbeit mit den Entsorgungsunternehmen verantwortungsvoll beseitigt.

Asche und Schlacke3)

2016 entstanden 2.083.877 t   Flugasche und Schlacke, vorwiegend aus Kohlekraftwerken. Davon wurden 90,8 % wiederverwertet. BauMineral, eine 100-prozentige Tochter von Uniper, verkauft die Flugasche und ihre Nebenprodukte, sodass ein Teil davon als Baustoff unter anderem für den Straßenbau genutzt werden kann.

Gips3)

Gips entsteht vor allem bei der Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken. 2016 sammelten sich 957.375 t   davon an. Er ist ungefährlich und kann als Baumaterial wiederverwendet werden. In Deutschland, Belgien und den Niederlanden vermarktet unsere Tochter BauMineral den bei der Entschwefelung unserer Anlagen entstehende Gips in recycelter Form.

Zusätzlich entfernen unsere Rauchgasreinigungsanlagen neben Schwefelverbindungen weitere umweltschädliche Stoffe aus unseren Abgasen. Diese Materialien lassen sich allerdings kaum umweltneutral verwerten. Weitere Information finden Sie auf www.baumineral.de.

 

Radioaktive Abfälle (Schweden)

Schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle entstehen beim Betrieb unserer Kernkraftwerke in Schweden. 2016 fielen 655 t radioaktive Abfälle an. Damit tragen wir eine große Verantwortung. Die Sicherheit und der Schutz in den Anlagen sowie bei Transporten und der Lagerung haben für uns hohe Priorität. GRI-Index

Sorgsamer Umgang mit Wasser

Die Verfügbarkeit von Wasser ist entscheidend für unsere Arbeit. Unsere Wasserkraftwerke liegen an zahlreichen größeren und kleineren Gewässern in Deutschland sowie Schweden. Sie sind auf eine adäquate Wasserzufuhr oder einen ausreichenden Wasserstand in Reservoirs angewiesen, sonst erzeugen sie keinen Strom. Außerdem werden unsere konventionellen Kraftwerke mit Wasser aus Flüssen und Seen gekühlt.

Wasserentnahme zur Kühlung1)

Grundwasser, Öffentliche Wasserversorgung, Oberirdische Gewässer, Regenwasser und Meerwasser

m3

DE

GB

HU

NL

RU

SE

Summe

Grundwasser

97.105

97.105

Öffentliche Wasserversorgung

11.498.009

1.050

11.499.059

Oberirdische Gewässer

288.422.042

51.640.201

201.223.339

110.368.074

328.739.079

980.392.735

Regenwasser

37.700

37.700

Meerwasser

531.943.436

476.880.389

2.192.179.354

2.243.424.024

5.444.427.203 

Summe

831.998.292

528.520.590

201.223.339

2.302.547.428

328.739.079

2.243.425.074

6.436.453.802

1) Die Zahlen beziehen sich nur auf vollkonsolidierte thermische Kraftwerke und Kernkraftwerke.
Die Tabelle beinhaltet keine Werte aus Frankreich. In dem dort betriebenen Kraftwerk (Emile Huchet) wird aufgrund der speziellen Kühlsystemkonfiguration Wasser nicht als Kühlwasser eingestuft. Wir berichten die entnommene Wassermenge dennoch, da wir sie aus Ländersicht als signifikant einschätzen (2016: 14.036.797 m3).

1) Summe der wiederverwerteten Nebenprodukte (Asche, Schlacke, Gips)
2) Asche, Schlacke und Gips
3) Die Zahlen beziehen sich nur auf vollkonsolidierte thermische Kraftwerke.

Geprüfte Inhalte

Ausgewählte Kennzahlen, die einer betriebswirtschaftlichen Prüfung unterzogen wurden, sind mit einem Symbol   gekennzeichnet.
Qualitative Inhalte der Managementansätze waren ebenfalls Bestandteil der betriebswirtschaftlichen Prüfung.

Hier gelangen Sie zur Prüfbescheinigung.