Klimawandel

72,9 Mio t

CO2e-Gesamtausstoß (einschließlich Russland)1  

43,1 Mio t CO2

ersteigerte Emissionsberechtigungen (EUA) für 2016

2,8 Mio t

CO2-Einsparpotenzial durch unsere Wasserkraftwerke in Deutschland (bezogen auf den aktuellen deutschen Erzeugungsmix)

1,4 Mio t

weniger CO2 pro Jahr möglich, durch geplante Biomasseverbrennung im Kraftwerk Maasvlakte

4 %

beträgt der Anteil unserer direkten CO2-Emissionen aus der Strom- und Wärmeerzeugung an den gesamten europäischen Emissionen aus dem Brennstoffverbrauch ortsfester Anlagen (gemäß EU-ETS).

Auf dem Weg zu einer erfolgreichen Energiewende

Vertreter von 195 Nationen unterzeichneten auf dem UN-Gipfel im Dezember 2015 das „Pariser Abkommen“. Sie verpflichteten sich hiermit, den Temperaturanstieg unter 2° C zu begrenzen. Damit hat die Weltgemeinschaft sich erstmals auf ein verbindliches Klimaschutzziel gesetzt. Die Anstrengungen von Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft müssen nun auf verantwortungsvolle Weise gebündelt werden, um einen koordinierten, stetigen Übergang zu einer weniger CO2-intensiven Weltwirtschaft zu ermöglichen. Was heißt das für Uniper? Was können wir als ein Unternehmen, dessen Energieerzeugungsgeschäft zu einem wesentlichen Teil auf fossilen Brennstoffen beruht, tun, um dieses anspruchsvolle Ziel zu unterstützen?

Durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien schwankt das Stromangebot zunehmend und erfordert stabilisierende Eingriffe. Als internationales Energieunternehmen ist Uniper mit seinem Erzeugungsportfolio ideal geeignet, um diese Schwankungen aus Wind- und Solarenergie auszugleichen. Unsere Kohle- und Gaskraftwerke tragen zu einer stabilen Versorgung bei. Darüber hinaus liefern unsere Wasserkraftwerke in Deutschland und Schweden ununterbrochen verlässliche, kostengünstige und emissionsfreie Energie. In Schweden betreiben wir Kernkraftwerke, die ebenfalls zur Grundlast und zum Klimaschutz beitragen.

Als erfahrener Energiehändler und -dienstleister können wir außerdem die Nutzung von Erdgas als dem fossilen Energieträger mit dem geringsten Kohlenstoff-Anteil2)  fördern und unseren Kunden dabei helfen, einen ausgewogeneren Energiemix mit einem geringeren CO2-Fußabdruck zu erzielen. Wir unterstützen außerdem andere Unternehmen bei der Dekarbonisierung – beispielsweise helfen wir Betreibern von Wind- oder Solarparks, ihre Anlagen an die Netze anzubinden und deren Ertrag zu steigern. Wind Service

Ein weiterer wichtiger Baustein unseres Portfolios für ein erfolgreiches Gelingen der Energiewende können unsere Speicherlösungen sein. Dazu gehören sowohl die bereits etablierten Pumpspeicherkraftwerke an unseren Wasserkraftstandorten als auch innovative Lösungen wie die Power-to-Gas-Technologie, die Strom in Wasserstoff oder Methan umwandelt, oder neue Batteriespeichersysteme. Diese Technologien helfen, die Erneuerbaren besser ins Netz zu integrieren. So kann beispielsweise überschüssige Windenergie gespeichert und später bei Bedarf ins Stromnetz zurückgeleitet werden. Sie ermöglichen es zudem, Sonnenenergie, die tagsüber anfällt, auch nachts zu nutzten. Auf dem Klimagipfel 2016 in Marrakesch haben wir den gemeinsam mit Partnern entwickelten Batteriegroßspeicher M5BAT vorgestellt. Er wurde zuvor auf der KlimaExpo.NRW, einer Klimaschutzinitiative des Landes Nordrhein-Westfalen, als Vorzeigeprojekt im Bereich Klimaschutz ausgezeichnet.

Darüber hinaus bieten sich Potenziale im Wärmemarkt: Eine vermehrte Nutzung von Erdgas ermöglicht einen bezahlbaren und schnellen Klimaschutz mit relativ geringen CO2-Vermeidungskosten.

Der Klimawandel ist für Uniper Chance und Herausforderung zugleich. Entsprechend berücksichtigen wir ihn in unseren unternehmerischen Entscheidungen und arbeiten daran, ihn in verschiedene Bereiche einzubinden, unter anderem im Asset Management, in Operations und Vertrieb. So gehen wir das Thema koordiniert an.

Klaus Schäfer, Vorstandsvorsitzender

Bewertung der Risiken und Auswirkungen

Klimaschutzpolitik und regulatorische Rahmenbedingungen

Wir wollen die Energiewende mit voranbringen. Dafür müssen wir besser verstehen, welche klimabedingten Risiken auf uns zukommen und welche negativen Auswirkungen wir verringern sollten. Als Energieversorger, der in vielen Geschäftsfeldern und Regionen aktiv ist, sind wir von den Maßnahmen der Klimaschutzpolitik unmittelbar betroffen. Sie haben direkte Auswirkungen auf unsere Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerke, da sie den Wettbewerb verschärfen und unsere Wachstumschancen in einigen Ländern, insbesondere in unserem europäischen Erzeugungsgeschäft einschränken. Deshalb verfolgen wir aufmerksam die nationalen Debatten um die Abwicklung bestimmter Technologien oder den Ersatz fossiler Brennstoffe und befürworten einen verantwortungsvollen Dialog auf politischer Ebene. Dabei ist es wichtig, negative Konsequenzen übereilter Schritte für die Gesellschaft, wie etwa Abstriche bei der Versorgungssicherheit oder steigende Energiekosten, mit in den Blick zu nehmen.

Am Beispiel Deutschland wird deutlich, wie komplex die politische Situation sein kann. Hier kommen mehrere Faktoren zusammen: Bis 2018 werden die letzten Kohlebergwerke geschlossen, der Atomausstieg soll bis 2022 abschlossen werden. Zugleich besteht der politische Wille, die erneuerbaren Energien weiter auszubauen. Die damit verbundenen Umbrüche müssen durch faire Übergangslösungen abgefedert werden. Hierfür benötigen wir belastbare und eindeutige politische Bedingungen, die Unternehmen Perspektiven bieten, kurzfristig in neue Infrastruktur und bessere Technologien zu investieren. Ähnlich ist die Lage in Großbritannien, wo infolge des europäischen und nationalen Umweltrechts bisher laufende Kohlekraftwerke geschlossen werden sollen. In den Niederlanden gingen ebenfalls aufgrund politischer Vereinbarungen im Energiebereich bereits mehrere Anlagen außer Betrieb. Gerade in diesem Umfeld kann Uniper zum Gelingen der Energiewende beitragen, etwa indem wir die Versorgungssicherheit im System unterstützen.

Im EU-ETS gehandelte Emissionen

 

11,2 GW unserer europaweiten Erzeugungskapazität stehen in Verbindung mit CO2-intensiveren Prozessen (Stein- und Braunkohlekraftwerke sowie Öl).


 

16 GW haben nur geringe oder gar keine CO2-Emissionen zur Folge (Gas-, Wasser- und Kernkraftwerke). 


Insgesamt betragen die direkten CO2-Emissionen aus unserer Strom- und Wärmeerzeugung ca. 4 % der gesamten Emissionen in Europa aus dem Brennstoffverbrauch (bezogen auf ortsfeste Kraftwerke und Industrieanlagen und gemäß EU Emissions Trading Scheme, EU-ETS). Unsere CO2-Bilanz wurde in Übereinstimmung mit dem EU-ETS und dem Greenhouse Gas Protocol erstellt.

Unsere Position zum EU-ETS

Wir bringen uns in die politische Klimadebatte ein und diskutieren mit Vertretern nationaler und europäischer Branchenverbände, der Industrie sowie weiteren Stakeholdern über geeignete Rahmenbedingungen für den Klimaschutz. Aus unserer Sicht ist das EU-ETS das derzeit kosteneffizienteste marktorientierte Instrument, um die Ziele der Politik zur Reduktion klimaschädlicher Ausstöße umzusetzen. Ein funktionierendes Handelssystem sollte sich so auf den Zertifikatspreis auswirken, dass Anreize für Investitionen in klimafreundliche Technologien geschaffen werden. Wir sind überzeugt, dass dies effizienter über ein Handelssystem mit festen Obergrenzen wie das EU-ETS zu erreichen ist, als durch ein Steuersystem. Allerdings ist der CO2-Preis derzeit so niedrig, dass das EU-ETS seine Steuerungsfunktion nicht ausüben kann. Deshalb werden wir uns weiterhin für eine deutliche Stärkung des europäischen ETS einsetzen.

In den vergangenen Jahren gingen unsere CO2-Emissionen in Verbindung mit der Schließung einiger unserer europäischen Kohlekraftwerke deutlich zurück. Im Jahr 2016 haben sich unsere gesamten vom EU-ETS abgedeckten CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich verringert. Dies lag insbesondere an der Inbetriebnahme unseres neuen Kraftwerks Maasvlakte 3 in den Niederlanden. Es verfügt über eine installierte Kapazität von 1 GW. Dank höherer Effizienz wird es den CO2-Ausstoß pro erzeugter kWh gegenüber den Vorgängeranlagen deutlich reduzieren.

EU-ETS-Emissionen – Uniper-Gruppe (ohne Russland)

 

in t

in %

frei

versteigert

insgesamt

versteigert

frei

Deutschland

472.483

17.884.440

18.356.923

97,4

2,6

Frankreich

4.249.143

4.249.143

100

Großbritannien

8.406.612

8.406.612

100

Niederlande

301.614

10.931.244

11.232.858

97,3

2,7

Schweden

104.860

123.992

228.852

54,2

45,8

Ungarn

560.268

560.268

100

Die Zahlen beinhalten keine tschechischen Anlagen, da diese nicht voll konsolidiert sind. Da diese von Uniper im Rahmen des EU-ETS verwaltet werden, sind sie in dem Gesamtwert ersteigerter Emissionsberechtigungen enthalten (43,1 Mio t CO2e).
Die Zahlen beinhalten nicht die Menge an 2.057 ersteigerten t CO2e für Kraftwerke in Belgien (Anlagen in Langerlo veräußert im Januar 2016).

Im Jahr 2016 haben wir in Europa und Russland zusammengenommen 72,7 Mio t direkte CO2-Emissionen (Scope 1) produziert.1)    

72,7 Mio t CO2e

Direkte CO2-Emissionen im Jahr 2016 (GHG Scope 1, inklusive Russland)1)  

0,2 Mio t CO2e

Indirekte CO2-Emissionen im Jahr 2016 (GHG Scope 2 – standortbasierter Ansatz, inklusive Russland)1) 

EU-ETS- und Nicht-EU-ETS-Emissionen

Unsere Eigenerzeugung im Jahr 2016 betrug 138,7 TWh. Da alle CO2-intensiven Anlagen einschließlich der russischen Kraftwerke im Rahmen der Abspaltung von E.ON an uns übertragen wurden, erreichten wir insgesamt eine CO2-Intensität von 524 g/kWh.3) Reduktionsziele wurden 2016 keine festgelegt.

Wetterbedingte Risiken des Klimawandels

Darüber hinaus müssen wir die negativen Auswirkungen des Klimawandels besser verstehen, bei dem sich Risiken für Menschen und Anlagen ergeben. Wissenschaftliche Szenarien zeigen, dass sich z.B. Extremwetter, Meeresanstieg und Trinkwassermangel auch in dichtbevölkerten Regionen wie Zentraleuropa oder Großbritannien negativ auswirken können. Insbesondere Anlagen, die an größeren Flüssen oder an der Küste liegen, werden davon betroffen sein. Langfristig können außerdem Bodenerosion oder ein höherer Luftdruck sowie eine erhöhte Luftfeuchte zu Belastungen unserer Aktivitäten führen. Hinzu kommen akute Beeinträchtigungen durch Starkwind, Stürme oder Dürren.

Im Bereich Wasserkraft begegnen wir bereits physikalischen Risiken, die aus extremen Wetterereignissen entstehen (beispielsweise Auswirkungen von Überschwemmungen). Unsere Aktivitäten insbesondere entlang der größeren Flüsse beinhalten Maßnahmen zum Hochwasserschutz wie den Dammbau oder die Befestigung von Ufern.

Zentrales CO2-Emissionsmanagement

Derzeit vertiefen wir die Analyse möglicher Folgen des Klimawandels für unser Portfolio und der Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf das Klima. Eine wichtige Rolle spielt dabei unser Kompetenzzentrum CO2. Es ist zentral für das Emissionsmanagement von Uniper zuständig und erhebt konzernweit CO2-Daten. Darüber hinaus unterstützt es die lokalen Teams in den jeweiligen Landeseinheiten, die regulatorischen Vorgaben des EU-ETS zu erfüllen.

Ende 2016 haben wir die Arbeit des Kompetenzzentrums CO2 noch stärker mit anderen Funktionsbereichen und Prozessen vernetzt. Vor allem arbeitet das Kompetenzzentrum eng mit dem Nachhaltigkeitsteam zusammen, um das Bewusstsein für Klimarisiken und -chancen im Konzern stärker zu verankern. Dieser Prozess, der auch die Bewertung von Klimaauswirkungen beispielsweise anhand interner Audits an den Standorten einschließt, wird durch den Chief Sustainability Officer baufsichtigt. Zudem kooperiert das Kompetenzzentrum mit weiteren Geschäftsbereichen, wie etwa dem Vertrieb, den es bei der Entwicklung neuer klimafreundlicher Produkte unterstützt.

Konventionelle Anlagen

Um unsere bestehenden Anlagen weiter zu optimieren, setzt unsere Abteilung Asset Improvement zahlreiche Modernisierungsprojekte um. Dazu gehören etwa Maßnahmen, die ein schnelleres Hochfahren der Anlagen ermöglichen. Dadurch werden weniger Brennstoffe benötigt, Kosten gesenkt und CO2-Emissionen reduziert. Wir treiben diese Maßnahmen vor allem in unseren bereits sehr leistungsfähigen kombinierten Gas- und Dampfkraftwerken voran, da sie die höchsten Wirkungsgrade erzielen können. Gaskraftwerke stoßen nur etwa halb so viel CO2 aus wie Kohlekraftwerke und decken mehr als ein Drittel unserer Erzeugungskapazität ab (exklusive Russland). Mit durchschnittlich knapp 50 % thermischer Effizienz und geringen CO2-Emissionen pro erzeugter kWh tragen unsere europäischen Gaskraftwerke dazu bei, unsere CO2-Bilanz niedrig zu halten. Bis 2040 soll die Gasnachfrage weltweit um 50 % zunehmen. Deshalb wollen wir das Potenzial von Gas als zukunftsfähige Ergänzung der Erneuerbaren noch weiter ausbauen.

Auch mit unserem neuen Kohlekraftwerk Datteln 4 setzen wir industrieweite Maßstäbe bei Effizienz und Umweltschutz. Es soll, nach einer langjährigen Debatte um die Genehmigung 2018 ans Netz gehen und rund 100 g/kWh weniger CO2 ausstoßen als ein durchschnittliches deutsches Steinkohlekraftwerk.

Neben Effizienzmaßnahmen rüsten wir einige Standorte so um, dass sie auch Biomasse verfeuern können (unter anderem als Holzpellets oder Klärschlamm). Dazu passen wir sowohl den Verbrennungsprozess als auch Transport und Lagerung der Brennstoffe entsprechend an. Unsere Lebenszyklusanalysen zeigen, dass wir auf diese Weise die CO2-Emissionen deutlich verringern können, da die Emissionen aus der Biomasseverbrennung klimaneutral sind. Das Kohlekraftwerk Maasvlakte 3 beispielsweise ist für eine Mitverbrennung von bis zu 15 % Biomasse ausgelegt. So können wir dort bis zu 1,4 Mio t CO2-Emissionen im Jahr vermeiden.

In Schweden deckt Kernenergie etwa die Hälfte des schwedischen Strombedarfs und trägt zu einem geringen CO2-Fußabdruck des Landes bei. Uniper ist Mehrheitseigner des Kernkraftwerks Oskarshamn und Minderheitsgesellschafter bei den Kernkraftwerken Ringhals und Forsmark. Wir gehen verantwortungsbewusst mit unseren Kernenergieaktivitäten um und legen großen Wert auf ihre Sicherheit.

Multitalent Wasserkraft

Wasserkraft ist die am längsten bestehende Technologie im Bereich der Erneuerbaren: Sie ist sauber, flexibel und zuverlässig. Rund 10 % unserer gesamten Erzeugungskapazitäten beruhen auf Wasserkraft (13 % in Europa). Unsere 108 Wasserkraftwerke in Deutschland liefern Strom für 1,6 Millionen Haushalte und vermeiden im Vergleich mit dem deutschen Energiemix rund 2,8 Mio t CO2-Emissionen. In Schweden betreiben wir weitere 69 Wasserkraftwerke, die dazu beitragen, das Land zu den Industrienationen mit dem kleinsten CO2-Fußabdruck zu machen.4)

Einige unserer Anlagen arbeiten als sogenannte Pumpspeicherkraftwerke. Diese nutzen überschüssige Energie, um Wasser in höhergelegene Bassins zu pumpen und dort zu speichern. Es kann jederzeit wieder abgelassen werden, um mit Turbinen erneut Strom zu erzeugen. Bei diesem Prozess bleiben zwischen 70 und 80 % der zugeführten Energie erhalten. Die Anlagen tragen maßgeblich zur Netzstabilität bei und ermöglichen es, überschüssigen Strom aus konventioneller Energieerzeugung oder erneuerbaren Energien für eine spätere Verwendung zu speichern.

2,8 Mio t

CO2-Emissionen vermieden durch Wasserkraftwerke in Deutschland

Wegbereiter für Wind und Sonne

Wir sind überzeugt, dass die Power-to-Gas-Technologie ein wichtiger Baustein zum Gelingen der Energiewende ist. Bei diesem Verfahren wird Strom elektrolytisch in Wasserstoff umgewandelt und die Energie darin gespeichert. Europa verbraucht rund 80 Mrd m3 Wasserstoff pro Jahr. Um diesen Bedarf zu decken, wird er bisher meist konventionell aus Erdgas gewonnen. Dabei wird allerdings CO2 frei. Anders ist das beim Power-to-Gas-Verfahren aus Windstrom. Es ist daher für viele Anwendungsbereiche eine klimaschonende Alternative: Der „grüne Wasserstoff“ kann von der Energiewirtschaft über Mobilität bis zur Industrie vielfältig eingesetzt werden. Wir können ihn auch als Beimischung zu Erdgas nutzten. In Deutschland kann hierfür die bestehende Gasinfrastruktur genutzt werden. Wasserstoff darf allerdings aus technischen Gründen nur zu einem geringen Anteil in das Erdgasnetz eingespeist werden. Größere Potenziale ergeben sich, wenn aus der Verbindung des grünen Wasserstoffs mit CO2 das klimaneutrale Methan (synthetisches Erdgas) erzeugt wird. Dieses Verfahren ist zwar noch relativ teuer, Methan kann aber uneingeschränkt in das Erdgasnetz eingeleitet oder in unterirdische, bereits bestehende Gasspeicher eingespeist werden.

Drei Jahre haben wir im brandenburgischen Falkenhagen als eines der ersten Unternehmen weltweit eine nach dem Prinzip der Elektrolyse arbeitende Demonstrationsanlage betrieben. Sie wandelt den grünen Strom aus den zahlreichen benachbarten Windrädern in Wasserstoff um. Im Projektzeitraum erzeugten wir mehrere Mio kWh Wasserstoff – sogenanntes WindGas – und speisten es in das Erdgasnetz ein. Die Erprobung hat gezeigt, wie sich erneuerbare Energie im Erdgasnetz speichern lässt. Damit können wir Erzeugung und Verbrauch voneinander entkoppeln. Die Technologie hat sich bewährt. Sie hat auf stark schwankende Windbedingungen zuverlässig reagiert, ist marktreif und lässt weiteres Potenzial bei Effizienz und Kostensenkung erwarten.

Deshalb gehen wir einen Schritt weiter und werden die Anlage um eine Stufe zur Methanerzeugung ausbauen. Methan kann theoretisch unbeschränkt ins Gasnetz eingespeist werden. So können perspektivisch noch größere Mengen an Windenergie umgewandelt und bei Bedarf genutzt werden – mit positiven Auswirkungen auf das Klima. In Deutschland ist beispielsweise der Wärmemarkt für 26% der gesamten Treibhausgasemissionen des Landes verantwortlich (2016). Dementsprechend bietet WindGas eine vielversprechende klimafreundliche Alternative zu Erdgas. Das Vorhaben ist Teil des europäischen Forschungsprojekts STORE&GO und läuft bis 2020.

In branchenübergreifenden Partnerschaften – etwa mit BP – entwickeln wir derzeit weitere Power-to-Gas-Modelle, um Biokraftstoff bereitzustellen. Ob die Technologie ihr Potenzial für die Energiewende im Bereich der Mobilität entfalten kann, hängt allerdings von den künftigen politischen Rahmenbedingungen ab. Denn anders als bei Biokraftstoffen aus Agrarrohstoffen wird grüner Wasserstoff noch nicht als Biokraftstoff anerkannt.

Neben Power-to-Gas entwickeln wir die Power-to-Power-Technologie weiter. Dabei werden Stromüberschüsse aus Wind- oder Sonnenenergie am Ort der Erzeugung beispielsweise mithilfe von großen Batterien gespeichert. Im September 2016 nahmen wir hierzu in Kooperation mit der RWTH Aachen den BatteriegroßspeicheM5BAT in Betrieb, mit dem wir bereits jetzt die verschiedenen Batterietypen testen.

Wissen teilen – Kooperationen ausbauen

Wir arbeiten kontinuierlich daran, unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und neue Chancen auszuloten. So stellen wir anderen Anlagenbetreibern unser Ingenieurswissen und kaufmännische Beratung zur Verfügung. Vor der Abspaltung von E.ON haben wir umfassende Erfahrungen beim Betrieb von Offshore- und Onshore-Windkraftparks gesammelt. Dadurch wissen wir, wie unsere Kunden ihre Kosten deutlich senken können. Insbesondere unsere Kompetenzen bei der Entwicklung von Windkraftanlagen anhand von eigens entwickelten Softwaremodellen helfen, saubere Energie zu günstigen Kosten bereitzustellen. Zudem kennen wir die Anbieter von On- und Offshore-Technologien und verstehen die Prozesse von der Planung über den Netzanschluss bis zur Demontage am Ende eines Anlagenlebens. Damit helfen wir die Kosten über den gesamten Lebenszyklus zu optimieren – auch bei konventionellen Kraftwerken.

Als unabhängige Berater stehen wir unseren Kunden auch mit innovativen Lösungen zur Verbrauchskontrolle oder zur dezentralen Strom- und Wärmeerzeugung zur Seite. Das Potenzial für Verbesserungen der Energie- und Kosteneffizienz ist bei Industrie- und Geschäftskunden ebenso wie im öffentlichen Sektor groß. Wir sehen hier unsere künftige Rolle vor allem als langfristiger Partner für Energiemanagement, nachhaltigen Energiebezug und klimafreundliche Technologien. Dazu verfolgen wir zahlreiche Kooperationsprojekte:

  • IBC Solar – Vertriebs- und Vermarktungspartnerschaft im Bereich Photovoltaik und Energiespeicher für regionale und lokale Versorger
  • EASYCHARGE.me – Unser Anbieter von Soft- und Hardwarelösungen für komplette E-Mobil-Ladeinfrastrukturen 
  • RentaLite – Exklusivvermarktung kompletter LED-Beleuchtungslösungen auf Basis eigenkapitalschonender Mietmodelle
  • FutureCamp Climate – Kooperation zum Kompetenzaufbau in der CO2-Reduktion bei Energieversorgern, Industrie, Handel und öffentlichem Sektor
  • City Tree – Kooperationsprojekt mit GreenCitySolutions, Berlin, zur Errichtung von Wandkonstruktionen aus Moos als Filter für Feinstaub

1) Die Zahl beinhaltet direkte Emissionen (Scope 1) aus der Strom- und Wärmeerzeugung und sonstige direkte Emissionen. Außerden beinhaltet sie indirekte Emissionen (Scope 2) aus extern bezogenem Strom sowie Wärme und Kühlung. Scope-1- und Scope-2-Angaben beinhalten Emissionen aus konsolidierten sowie nicht konsolidierten Stromerzeugungsanlagen, bei denen Uniper die Betriebsführung innehat. Wir erheben die Quellen klimaschädlicher Emissionen (z.B. CO2, CH4, N2O, HFC, PFC, SF6, NF3) in Übereinstimmung mit dem Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol).
2) IEA FAQ (2016)
3) Im E.ON-Nachhaltigkeitsbericht 2015 wird die CO2-Intensität konzernweit mit 350 g/KWh angegeben.
4) Die Zahlen beziehen sich nur auf konsolidierte Anlagen.

 

Geprüfte Inhalte

Ausgewählte Kennzahlen, die einer betriebswirtschaftlichen Prüfung unterzogen wurden, sind mit einem Symbol   gekennzeichnet.
Qualitative Inhalte der Managementansätze waren ebenfalls Bestandteil der betriebswirtschaftlichen Prüfung.

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