Innovation und Resilienz

28. Juni 2016

Eröffnung der ersten LNG-Tankstelle für Lkw gemeinsam mit Iveco

8. September 2016

Inbetriebnahme des modularen Batteriegroßspeichers M5BAT

6. Oktober 2016

Abschluss einer Kooperation mit BP zur Herstellung von grünem Wasserstoff am BP-Standort Lingen

Innovationen machen uns zukunftsfähig

Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung sind aus unserer Sicht drei Trends, die die Energiewelt entscheidend prägen werden. Wir bei Uniper arbeiten daran, diese Entwicklungen mitzugestalten und für uns kommerziell nutzbar zu machen. Innovationen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Unser Fokus liegt hierbei vor allem auf der Entwicklung neuer, skalierbarer Geschäftsmodelle, die zur Weiterentwicklung unseres bestehenden Geschäfts beitragen. Die Projekte sind vielfältig. Einige Beispiele finden sich in diesem Bericht.

Dekarbonisierung

Die Dekarbonisierung – oder in anderen Worten: das Vorhaben, künftig zunehmend klimaneutral zu wirtschaften – ist gesellschaftlicher und politischer Konsens in vielen Regionen der Welt. Dies zeigt sich beispielweise am Pariser Klimaabkommen. Die dort vereinbarten ambitionierten Ziele können allerdings nur erreicht werden, wenn die CO2-Emissionen konsequent verringert werden. Dabei müssen alle gesellschaftlichen Akteure an einem Strang ziehen und alle Industriezweige eingebunden werden. Ein zentraler Hebel ist der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Stromversorgung. Er führt bei gleicher oder abnehmender Stromnachfrage zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Strom aus Wind und Sonne ist volatil, also nicht immer sicher und in ausreichender Menge verfügbar. Um dennoch an allen Tagen im Jahr eine sichere Versorgung gewährleisten zu können und die schwankende Erzeugung aus Erneuerbaren auszugleichen bedarf es innovativer Flexibilitäts- und Speicherlösungen sowie flexibler und effizienter Kraftwerke. Sichere und zuverlässige Energieversorgung

Im Hinblick auf Batteriespeicher betreibt Uniper gemeinsam mit der RWTH Aachen den am Markt bisher einzigartigen Hybrid-Batteriespeicher M5BAT, der fünf verschiedene Batterietypen im realen Netzbetrieb testet.

Für die Umwandlung und Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien mit Power to Gas arbeitet Uniper an der Weiterentwicklung von Power-to-Gas. Dies geschieht auf Basis der Erkenntnisse der Pilotanlagen in Falkenhagen und Hamburg-Reitbrook, die bereits einige Jahren intensiv getestet wurden. Klimawandel

Darüber hinaus hat Uniper mit BP auf dem Gebiet der Power-to-Gas-Technologie einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der darauf abzielt, diese Technologie in Raffinerieprozessen zu verwenden und beispielsweise den aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom zur Herstellung von Wasserstoff zu verwenden.

Auch im Bereich alternativer Kraftstoffe, zum Beispiel der Nutzung von Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas – LNG) im Schwerlastverkehr, sind wir aktiv: So hat unser Tochterunternehmen Liqvis bereits zwei LNG-Tankstellen in Deutschland und eine Tankstelle in Frankreich erfolgreich in Betrieb genommen. Das umweltfreundliche Flüssigerdgas ist auch im Transportwesen generell ein interessantes Zukunftsfeld. Ressourceneffizienz

Die in unseren konventionellen Kraftwerken entstehenden Nebenprodukte – CO2-Emissionen und Abwärme – bieten weiteres Potenzial, neue Märkte zu erschließen. Mögliche Kunden sind vor allem Industrie- und Handelsunternehmen in unserer Nachbarschaft. Uniper-Kraftwerke können anfallendes CO2 an Industriebetriebe liefern – zum Beispiel in einem Paket mit Strom und Wärme. Das CO2 kann in speziellen Prozessen aufbereitet werden und hat das Potenzial als künftige, alternative Kohlenstoffquelle für industrielle Prozesse dienen zu können.

Dezentralisierung

Die Energiewende findet nicht nur bei den Energieunternehmen statt, sondern zunehmend auch in Privathaushalten und Industriebetrieben und damit häufig im Verteilnetz. Dabei wachsen die Bereiche Strom, Wärme und Mobilität zusammen, es findet eine Sektorenkopplung statt. In diesem Zusammenhang steigt die Nachfrage nach innovativen Lösungen, beispielsweise zur Umwandlung von Strom aus erneuerbaren Energien unter anderem in Form von Gas (Power to Gas) oder Wärme (Power to Heat), oder nach Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Elektromobilität.

Innovative Lösungen im Bereich Power to Heat hat zum Beispiel der Uniper-Kraftwerksstandort Shamrock zu bieten. Hier wird Strom aus Erneuerbaren zur Wärmeerzeugung genutzt und in das lokale Wärmenetz eingespeist. Weitere Anwendungsfälle für die Sektorenkopplung sind die oben genannten Power-to-Gas-Anlagen in Falkenhagen und Hamburg-Reitbrook.

Digitalisierung

Die Digitalisierung macht auch vor der Energiewirtschaft nicht halt. Solarpaneele, Heizsysteme oder sogar Haushaltsgeräte können bereits heute miteinander kommunizieren und lassen sich intelligent steuern. Aber auch Elektroautos und Batterien können durch intelligente Steuerung in der Zukunft einen Beitrag zum Ausgleich zwischen Stromangebot und -nachfrage leisten. Zudem bringt uns Digitalisierung nicht nur mehr Effizienz, sie könnte auch neue Geschäftsmodelle für unser Unternehmen möglich machen. Wir analysieren deshalb auch diesen Trend und bewerten, wie er sich auf unser Geschäft und unsere Chancen auswirken kann.

Zum Beispiel arbeiten wir aktiv an der Digitalisierung der Kundenschnittstellen, um die Interaktion mit unseren Geschäftskunden noch einfacher zu gestalten. Darüber hinaus nutzen wir die Digitalisierung gezielt zur Verschlankung und Automation interner Prozesse, etwa in unserer Kraftwerksflotte, beim Thema Sicherheit oder bei der Wartung und Instandhaltung von Anlagen.

Aktuelle Beispiele aus dem Bereich Digitalisierung sind:

  • Digitale Vertriebsplattform für Kunden kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU): Über das Webportal uniper-direkt.de erfolgt bei Strom- und Gasprodukten eine voll automatisierte Angebotserstellung und ein automatisierter Vertragsabschluss inklusive Bonitätsprüfung für Industrie- und große Gewerbekunden. Mit einer zusätzlichen Anbindung an die After-Sales-Systeme entsteht ein voll digitalisierter Vertriebsprozess.
  • Digitalisierung der After-Sales-Prozesse: Die Kunden können das Vertragsmanagement über eine webbasierte Plattform eigenständig durchführen.
  • Pilotprojekt für einen virtuellen 3D-Health-and-Safety-Walk: Am Kraftwerksstandort Heyden erfolgt eine Digitalisierung der bisherigen Sicherheitsunterweisung durch die Virtual-Reality-Technologie. Sie bietet das Potenzial, solche und vergleichbare Aufgaben sowie Prozesse im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz effizienter zu gestalten.

Gesundheit und Arbeitssicherheit

Innovation findet überall statt

Innovation ist nicht auf eine Abteilung beschränkt, sondern berührt viele Themen und Bereiche bei Uniper – sie findet in der ganzen Uniper-Welt statt. Im Rahmen der Neuausrichtung haben wir 2016 eine konzernweit agierende Innovationsfunktion eingerichtet. Sie identifiziert, bewertet und entwickelt insbesondere potenziell größere, skalierbare Geschäftsmodelle und testet diese anschließend im echten Marktumfeld, um zu prüfen, ob sie von operativen Uniper-Einheiten weitergeführt werden können und sollen. Aktuell sind dies überwiegend Geschäftskonzepte, die nah an unserem Kerngeschäft liegen. Dabei verfolgen wir den Anspruch, dass die avisierten, innovativen Geschäftsmodelle unter Marktbedingungen getestet werden und sich zu gegebener Zeit rentieren können. Das Budget dieser konzernweiten Innovationsfunktion betrug rund 12,5 Mio € im Jahr 2016. Wie viel Budget wir tatsächlich für einzelne Themen einsetzen, hängt letztlich davon ab, welche Chancen und Risiken wir solchen neuen Geschäftskonzepten beimessen. Gemäß den International Accounting Standards (IAS) betrugen die reinen Forschungs- und Entwicklungskosten im Jahr 2016 5 Mio. €. Zudem finden konzernweit zahlreiche weitere innovative Aktivitäten statt, deren Fokus im Wesentlichen auf der Verbesserung des bestehenden Geschäftsbetriebs liegt, beispielsweise im Bereich IT.

Bei der Innovationsfähigkeit spielt auch die Vielfalt unserer Belegschaft eine zentrale Rolle. Zum einen sind wir mit Mitarbeitern aus 63 Nationen sehr international aufgestellt. Gleichzeitig repräsentiert unsere Belegschaft eine gute Kombination aus frischen Ideen und wertvoller Erfahrung. Wir legen großen Wert auf eine starke Vernetzung innerhalb aller Bereiche unseres Unternehmens und auf eine Kultur der Vielfalt bei der Zusammenarbeit im Team. Viele Ideen werden über unser Social-Media-Netzwerk Ping initiiert und in Arbeitsgruppen überführt.

Geprüfte Inhalte

Ausgewählte Kennzahlen, die einer betriebswirtschaftlichen Prüfung unterzogen wurden, sind mit einem Symbol   gekennzeichnet.
Qualitative Inhalte der Managementansätze waren ebenfalls Bestandteil der betriebswirtschaftlichen Prüfung.

Hier gelangen Sie zur Prüfbescheinigung.