Integrität

25

Compliance-Meldungen eingegangen und bearbeitet

9

Veranstaltungen zu IT-Sicherheit für unsere Beschäftigten inklusive Live-Hacking-Demonstrationen

Verantwortungsvoll führen

Das Richtige tun. Was so einfach klingt, stellt viele Unternehmen vor Herausforderungen. Leider halten sich nicht immer alle Mitarbeiter an die Regeln. Die Schäden für die Stakeholder, das Unternehmen selbst und sein Image können erheblich sein. Deshalb ist es wichtig, Regel- und Gesetzesverstöße systematisch zu verhindern und zu sanktionieren. Nur so lässt sich glaubhaft vermitteln, dass ein Unternehmen verantwortungsvoll geführt und eine langfristige Wertschöpfung angestrebt wird. Compliance ist ein wesentlicher Bestandteil der Integrität und Kultur von Uniper. Die Verantwortung hierfür liegt nicht nur bei spezialisierten Compliance-Mitarbeitern, sondern insbesondere auch beim Management.

Compliance-Kultur

Wir müssen bei unserer Arbeit den geltenden rechtlichen Rahmen strikt einhalten. Die Voraussetzungen hierfür schaffen wir mit unseren internen, auf ethischen Grundsätzen basierenden Richtlinien. Unser Vorstand lebt Integrität vor und toleriert keinerlei Regelverstöße. Diese Haltung hat er über ein „Compliance Commitment“ öffentlich bekannt gemacht.

In den Märkten, in denen Uniper tätig ist, bestehen für das Unternehmen verschiedene Risiken. Einige dieser Risiken ergeben sich aus der Nichteinhaltung gesetzlicher Anforderungen, die zu einer persönlichen Haftung nicht nur der beteiligten Personen, sondern auch zu einer Haftung der jeweiligen Managementeinheit, deren Organen und leitenden Angestellten sowie möglicherweise sogar des gesamten Uniper-Konzerns und des Vorstands führen kann (unternehmerisches Fehlverhalten). Risiken, die aus einem solchen unternehmerischen Fehlverhalten hervorgehen können, sind als Compliance-Risiken definiert, bei denen

  • aufgrund von Fehlverhalten und Verstößen gegen Gesetze und Vorschriften durch Handlungen von Mitarbeitern von Uniper oder von Dritten, die für Uniper handeln, erhebliche rechtliche Risiken, hohe Geldstrafen und große Reputationsschäden für den gesamten Uniper-Konzern und dessen Organe auftreten,
  • eine Abteilung oder Funktion von Uniper nicht bereits für die Minderung dieser Risiken verantwortlich ist und
  • präventive, systematische und überwachende Maßnahmen erforderlich sind oder als erforderlich betrachtet werden.

Vor diesem Hintergrund sind die folgenden Maßnahmen und Rechtsbereiche für den Uniper-Konzern von besonderer Relevanz (Compliance-Themen):

  1. Anti-Korruption
  2. Geldwäscheprävention
  3. Kartellrechtsprävention
  4. Kapitalmarktrecht/Insiderhandel

Corporate Compliance systematisch gewährleisten

Um unsere Compliance-Risiken zu mindern, haben wir seit dem 01.01.2016 ein Compliance-Management-System (CMS) eingeführt und ausgebaut. Es formuliert einheitliche Compliance-Mindeststandards auf Grundlage des vom E.ON-Konzern genutzten CMS. Vor dem Hintergrund der Neuaufstellung des Uniper-Konzerns und insbesondere der Uniper SE als Führungsgesellschaft im Uniper-Management-Modell haben wir im Laufe des Jahres 2016 ein auf unsere spezifischen Compliance-Risiken ausgerichtetes CMS für Uniper insgesamt entwickelt und eingeführt. Das CMS wird von Uniper als angemessen und effektiv erachtet, wenn es die Compliance-Risiken erkennen und Verstöße im Rahmen der Compliance-Themen mit hinreichender Sicherheit verhindern kann. Über das CMS werden außerdem bereits erfolgte Compliance-Verstöße berichtet, sodass die erforderlichen Reaktionen sowie Verbesserungen am CMS umgesetzt werden können.

Governance

Der Vorstand hat einen Chief Compliance Officer ernannt, der dem Vorstandsvorsitzenden, den weiteren Vorstandsmitgliedern und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats unterstellt ist. Der Chief Compliance Officer ist für das konzernweite CMS verantwortlich und wird vom Senior Vice President Compliance & Regulation unterstützt. Die Geschäftsbereiche und andere rechtliche Einheiten haben einen Compliance Officer ernannt, der für die Umsetzung des CMS in der jeweiligen Managementeinheit verantwortlich ist.

Uniper-Verhaltenskodex (Code of Conduct)

Der Uniper-Verhaltenskodex hat den Status einer Konzernrichtlinie. Er deckt Bereiche ab wie den Umgang mit Geschäftspartnern, Compliance-Themen, Korruption oder die Vermeidung von Interessenkonflikten. Alle unsere Beschäftigten sind diesem Kodex verpflichtet. Daher informieren wir sie regelmäßig über die damit verbundenen Aufgaben. Darüber hinaus untersuchen wir jene Handlungsfelder, in denen die Risiken für Compliance-Verstöße besonders hoch sind.

Uniper-Business-Policy Enterprise-Risk-Management (ERM)

Unsere Uniper-Business-Policy Enterprise-Risk-Management (ERM) gilt für alle Uniper-Einheiten. Sie bündelt verschiedene Komponenten unseres Risikomanagements in einem ganzheitlichen Ansatz. Die Policy legt fest, welche Risikofelder es gibt und wie konzernweit mit ihnen umgegangen wird. Sie hilft außerdem, alle rechtlichen Erfordernisse einzuhalten (KonTraG, BilReG) und Risikoabwägungen in unsere betrieblichen oder strategischen Entscheidungen zu integrieren.

Business Policy Compliance

Diese Richtlinie definiert unsere Kernthemen im Bereich Compliance und die Verantwortlichkeiten des Managements.

Compliance-Management-System (CMS)

Das CMS und dessen Konzept werden vom Chief Compliance Officer definiert. Die Geschäftsbereiche beziehungsweise, soweit erforderlich, die rechtlichen Einheiten und deren Compliance Officer setzen das CMS um.

Know-Your-Customer-Assessment

Ziel des Verfahrens ist es, diese Risiken zu mindern, in dem alle neuen Trading-Geschäftspartner, Zwischenhändler und Vermittler einer formellen Risikobewertung unterzogen werden, bekannt als „Know Your Customer/Client“- (KYC-) oder Anti-Geldwäsche- („Anti-Money Laundering“, AML-) Assessment. Bevor Geschäfte mit neuen Partnern eingeleitet werden dürfen, müssen diese unsere Risikobewertung erfolgreich durchlaufen haben.

Berichterstattung über Regelverstöße

Das Nichteinhalten von gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien – insbesondere Verstöße gegen Anti-Korruptions-, Anti-Geldwäsche- und Anti-Terrorismus-Bestimmungen, das Wettbewerbsrecht, das Verbot von Insiderhandel sowie das Kapitalmarktrecht – sind keine Methoden einer erfolgreichen Geschäftspraxis. Sie können außerdem haftungsrechtliche Konsequenzen haben, nicht nur für die beteiligten Personen, sondern auch für das jeweilige Unternehmen, sein Führungspersonal und möglicherweise den gesamten Konzern.

Wir verstehen Gesetzesverstöße und Abweichungen von unseren internen Richtlinien als wirtschaftliche Risiken. Darum appelliert der Vorstand an alle Mitarbeiter, sämtliche potenziellen Verletzungen unseres Verhaltenskodex sowie Verstöße gegen Gesetze oder andere interne Richtlinien zu melden.

Compliance-Verstöße werden nicht geduldet (Zero Tolerance). Wir verzichten eher auf Geschäftsabschlüsse und das Erreichen interner Ziele, als Verstöße gegen rechtliche Vorgaben und unternehmensinterne Richtlinien hinzunehmen. Kein Vorgesetzter ist dazu berechtigt, Anweisungen zu erteilen, die Verstöße beinhalten, oder diese zu tolerieren.

Auszug aus dem Compliance Commitment des Vorstands

Hinweise können direkt per E-Mail an compliance@uniper.energy oder telefonisch an den Chief Compliance Manager, den Senior Vice President Compliance & Regulation sowie an die Compliance Officer gerichtet werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich über unsere Whistleblowing-Hotline an einen externen Ombudsmann zu wenden. Dieser leitet die Informationen zur weiteren Bearbeitung an unseren Chief Compliance Officer weiter – auf Wunsch auch ohne Angabe der Identität des Informanten. Außerdem besteht für Mitarbeiter bei allgemeinen Fragen die Möglichkeit, Group Compliance oder die Compliance Officer zu kontaktieren.

Im Jahr 2016 wurden 25 Compliance-Meldungen berichtet und entsprechend unseren internen Richtlinien bearbeitet. Elf Fälle fielen in die Kategorie „Betrug“, zehn in die Kategorie „Korruption“, zwei in die Kategorie „Interessenkonflikte“, zwei in die Kategorie „Andere“. Alle Meldungen lagen unterhalb der Schwelle, die Compliance- und Rechtsfälle gleichermaßen konzernweit als „bedeutend“ einstuft, wenn sie für die Rechnungslegung Relevanz besitzen. Alle Fälle werden auf Basis der Business Policy Compliance untersucht und berichtet.

2016 wurden bei Uniper keine bedeutenden Strafzahlungen wegen Verletzungen des Umweltrechts fällig.

Am 1. Februar 2016 brach in unserem russischen Kraftwerk Berjosowskaja im Kesselhaus ein Feuer aus. Dabei entstand ein größerer Sachschaden. Menschen wurden aber nicht verletzt. Außerdem gab es keine negativen Auswirkungen auf die Öffentlichkeit oder damit verbundene Rechtsfälle.

2016 haben wir eine spezielle „Compliance Page“ auf unserer internen Social-Media-Plattform veröffentlicht. Die Mitarbeiter werden hier über neue Compliance-Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten.

IT-Sicherheit

Die Integrität eines Unternehmens kann nur gewährleistet werden, wenn vertrauliche und sensible Daten sicher sind. Aus diesem Grund hat die Einhaltung unserer IT-Sicherheitsregeln in der digitalen Welt für uns eine hohe Relevanz. 2016 führten wir hierzu neun Veranstaltungen durch, die das Bewusstsein unserer Mitarbeiter für IT-Sicherheitsrisiken wecken sollten. In Livedemonstrationen zeigten wir rund 300 Mitarbeitern, wie Hacker operieren und wie sie sich im Arbeits- und Privatleben davor schützen können. Damit berührten wir offensichtlich einen Nerv beim Publikum: Der folgende lebhafte Dialog mit den Teilnehmern lieferte uns eine Fülle von Anregungen und Fragen, die wir in diesem Jahr ansprechen werden.

Als Betreiber sogenannter kritischer Infrastrukturen haben 2016 wir entsprechend der gesetzlichen Forderungen in Deutschland damit begonnen unser Informationssicherheitsmanagmentsystem (ISMS) für die betroffenen Einheiten auf eine Zertifizierung gemäß ISO 27001 vorzubereiten.

Verantwortungsvolle politische Interessenvertretung

Die Energieversorgung ist ein stark reguliertes Geschäft. Es steht im Mittelpunkt intensiver politischer Debatten. Vor allem der Klimaschutz steht dabei im Fokus. Trotz der damit verbundenen fundamentalen Veränderungen muss unsere Energieversorgung weiterhin sicher, zuverlässig und preiswert sein. Um diese Erwartungen erfüllen zu können, benötigen wir einen politischen Rahmen, der es uns ermöglicht, gleichermaßen ökonomisch und ökologisch zu handeln. Eine angemessene Vertretung unserer unternehmerischen Interessen ist von wesentlicher Bedeutung für einen erfolgreichen Betrieb unserer Anlagen und unsere strategischen Perspektiven. Wir führen intensive Dialoge mit vielen externen Stakeholdern, wie Regierungsstellen, politischen Parteien, Regulierungsbehörden oder Verbänden. Dieser Dialog ist entscheidend dafür, dass unsere Positionen bei Entscheidungen Berücksichtigung finden. Über unser Format „Uniper im Dialog“ sind wir regelmäßig im Umfeld von Parteitagen präsent. Unser Anspruch ist es, unsere Lobbying-Aktivitäten jederzeit transparent zu halten. Nur so können wir vermeiden, dass uns eine unzulässige Einflussnahme auf die Politik vorgeworfen wird, und Reputationsschäden vorbeugen.

Leitlinien, Kodizes und Mitgliedschaften

Unsere politischen Beziehungen sind durch mehrere Instrumente klar geregelt. Mit der Stakeholder-Management-Policy legen wir die Verantwortlichkeiten sowie Kommunikationswege in politischen Angelegenheiten fest. Außerdem schreibt sie vor, dass Sponsoring-Maßnahmen vor Vertragsunterzeichnung durch die Konzernleitung freigegeben werden. Unser Verhaltenskodex enthält besonders strenge Vorgaben für Zuwendungen an Amts- und Mandatsträger.

Uniper ist außerdem im EU-Transparenzregister eingetragen (Transparency Register Nr: 285977820662-03). Es verzeichnet Organisationen und unabhängige Personen, die Einfluss auf Entscheidungsprozesse innerhalb der Europäischen Union nehmen.

Den konzerninternen Austausch in Steuerangelegenheiten regeln wir mit unseren Group Tax Guidelines. Um die vollständige und fristgerechte Einhaltung aller Steuerauflagen sicherzustellen, ist die Steuerabteilung eng in die betrieblichen Aktivitäten und Prozesse der Managementeinheiten eingebunden.

Keine

Zuwendungen zu politischen Organisationen/Parteien im Jahr 2016

Über Verbandsgremien und andere Mitgliedschaften beteiligen wir uns ebenfalls an politischen Prozessen. So sind wir im Verband europäischer Energiehändler (European Federation of Energy Traders – EFET) vertreten. Mitgliedschaften in Verbänden und vergleichbaren Organisationen sowie Spenden und andere Zuwendungen an diese sind vorab dem Uniper Corporate Office mitzuteilen. Anträge auf neue Mitgliedschaften müssen mit der Abteilung Political & Regulatory Affairs abgestimmt werden. Weiterhin streben wir die Einhaltung aller zehn Prinzipien des UN Global Compact an. Wir wollen uns nach der Abspaltung von E.ON (weiterhin UN Global Compact Mitglied) im Jahr 2017 für die UN Global Compact Mitgliedschaft bewerben. 

Branche/Zweck

Bezeichnung (geografischer Einflussbereich)

Spanne der Zuwendungen
in € (pro Jahr)

 

Gas

 

 

Zukunft ERDGAS e. V. (Deutschland)

zwischen 1.500.000 und 1.600.000

Eurogas (europäisch und global)

zwischen 100.000 und 150.000

INES – Initiative Erdgasspeicher (Deutschland)

zwischen 20.000 und 50.000

IGU – International Gas Union (global)

zwischen 10.000 und 20.000

 

 

Kohle

 

 

Bettercoal (global)

zwischen 60.000 und 80.000

Coal Industry Advisory Board (CIAB) (global)

zwischen 10.000 und 15.000

Verein der Kohleimporteure (VdKi) (deutschlandweit)

unter 5.000

 

Technologie

 

 VGB PowerTech e.V. (europäisch)

zwischen 300.000 und 400.000

AGFW – Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V.

zwischen 50.000 und 100.000

Hydrogen Europe (europäisch)

unter 20.000

DVGW – Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (Deutschland)

zwischen 5.000 und 10.000

Klimaschutz

Sustainable Biomass Program (SBP) (europäisch)

über 100.000

IETA (global)

unter 20.000

Innovationsforum Energiewende (Deutschland)

unter 15.000

Die Darstellung der Mitgliedschaften zeigt wichtige Verbände und Initiativen, die direkt oder indirekt in Beziehung zu unseren wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen stehen können. Die Beziehungen können sehr unterschiedlich sein und lassen sich nicht immer eindeutig einzelnen Themen zuweisen. Dennoch sind diese Mitgliedschaften für unsere Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit grundsätzlich relevant. Bei den Mitgliedschaften unterscheiden wir außerdem nach geografischem Fokus (global, europäisch oder deutschlandweit).

Verantwortung in der Lieferkette

Gesetzestreues und ethisches Verhalten haben für uns nicht nur innerhalb unseres Unternehmens höchste Priorität. Wir müssen auch bei unseren Zulieferern möglichen Verstößen vorbeugen. Wir betreiben globalen Rohstoffhandel und bieten Beratungsdienstleistungen zur Entwicklung neuer Energie- und Infrastrukturprojekte an. Deshalb müssen wir den Risiken in Bezug auf Korruption, Geldwäsche und internationale Sanktionen größte Aufmerksamkeit widmen. Demensprechend werden die Vertragspartner einer umfassenden Risikobewertung und Sanktionsprüfung unterzogen.

Das Ausmaß der Herausforderung lässt sich am Corruption Perceptions Index (CPI) von Transparency International ablesen. Er zeigt länderspezifisch potenzielle Korruptionsrisiken auf. Maximal können 100 Punkte erreicht werden. 2016 lag der Durchschnitt bei 43: die Länder unter dieser Schwelle weisen ein verstärktes Risiko hinsichtlich Korruption, Geldwäsche und Bestechung auf. Geschäftspartner, die in diesen Risikobereich fallen, oder in Ländern ansässig sind, die einen Indexwert unter 50 haben, müssen bei Geschäftsabschlüssen besonders sorgfältig geprüft werden. In Russland ist unsere Erzeugungsgesellschaft Unipro tätig, die auch eine Repräsentanz in Aserbaidschan betreibt. Beide Regionen werden mit den jeweiligen Indexwerten von 29 und 30 durch Transparency International als Risikoländer eingestuft. 2016 schlossen wir Geschäfte mit Unternehmen aus insgesamt elf Ländern ab, denen ein hohes Korruptionsrisiko bescheinigt wird. Diese Aktivitäten machen jedoch nur einen kleinen Teil unserer gesamten Geschäftstätigkeit aus.

Hochrisikoländer (unterhalb des Durchschnittswerts für 2016 im CPI-Index a), in denen Uniper 2016 Geschäfte tätigte

Hochrisikoländer (unterhalb des Durchschnittswerts für 2016 im CPI-Index a), in denen Uniper operativ tätig war

Länder mit mittlerem Risiko (unter dem CPI-Index-Wert 50), in denen Uniper 2016 Geschäfte tätigte oder operativ tätig war

 

CPI-Durchschnittswert 43

Mosambik

27

Russland

29

Griechenland

44

Kasachstan

29

Aserbaidschan

30

Südafrika

45

Ukraine

29

Indien

40

Oman

45

Iran

29

 

 

United Arab Emirates

46

Pakistan

32

 

 

Italien

47

Algerien

34

 

 

Ungarn

48

Thailand

35

 

 

 

 

Kolumbien

37

 

 

 

 

Indonesien

37

 

 

 

 

Albanien

39

 

 

 

 

Brasilien

40

 

 

 

 

China

40

 

 

 

 

Türkei

41

 

 

 

 

Handelsaktivitäten: Rohstoffhandel, Beratungsdienstleistungen oder andere vertragliche Verpflichtungen. Länder mit Schiffsregistern wie Liberia oder Panama sind nicht eingeschlossen, da Uniper keine eigenen Frachtschiffe besitzt.
Niedergelassene Betriebe: vollkonsolidierte Einheiten oder Vertretungen

Höhere Standards für Lieferanten

Unser Verhaltenskodex beinhaltet klare Vorgaben: „Die Auswahl von Lieferanten, Anbietern von Dienstleistungen und sonstigen Vertragspartnern erfolgt in einem vorab festgelegten Verfahren nach objektiven und nachvollziehbaren Kriterien unter Berücksichtigung ihrer Integrität. Aufträge werden soweit möglich auf der Basis von Wettbewerbsangeboten vergeben.“ Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und klare Praktiken für die Einführung bei unseren Lieferanten zu etablieren, haben wir im Jahr 2016 begonnen, unsere grundsätzlichen Beschaffungsrichtlinien umzustrukturieren.

Unser Ziel lautet: Wir arbeiten nur mit Lieferanten zusammen, die einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz für ihre Beschäftigten gewährleisten können. Unsere Mindestanforderung: Sie müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen haben, sowie geeignete Maßnahmen für einen sicheren Arbeitsplatz treffen – Kinder- und Zwangsarbeit dürfen nicht gestattet werden.

Darüber hinaus erwarten wir von ihnen, dass sie Umweltauswirkungen angehen, die aus ihrer Geschäftstätigkeit hervorgehen. Außerdem sollen sie hohe ethische Standards für ihre Geschäftstätigkeit anlegen, nach geltenden Gesetzen handeln sowie Korruption, Bestechung, Betrug oder Erpressung nicht tolerieren. Für unser Handelsgeschäft planen wir eine ähnliche Umstrukturierung im Jahr 2017. Dadurch wollen wir uns vor Compliance-Risiken wie wettbewerbswidriges Verhalten, Korruption und Geldwäsche schützen.

Initiative für eine bessere Kohlelieferkette

Als global tätiger Energie- und Rohstoffhändler benötigen wir ein zuverlässiges Beschaffungsmanagement für Brennstoffe. Dazu müssen wir Risiken, die mit unserer alltäglichen Arbeit verbunden sind, frühzeitig erkennen und minimieren. Dies schließt auch negative Auswirkungen innerhalb der Kohlelieferkette auf Mensch und Umwelt mit ein. Deshalb engagieren wir uns aktiv in branchenübergreifenden Vorhaben, die aus unserer Sicht die besten Ansätze und Lösungen bieten. Sie erhöhen die Transparenz innerhalb des gesamten Kohlesektors, adressieren mangelhafte Geschäftspraktiken und treiben die Verringerung negativer ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran.

Zu diesem Zweck setzen wir unser Engagement für Bettercoal fort. Bettercoal wurde 2012 von mehreren großen europäischen Energieversorgern gegründet. Sie ist weltweit die einzige gemeinnützige Initiative, die in der Kohleversorgungskette eine kontinuierliche Verbesserung der gesellschaftlichen Verantwortung anstrebt. Bettercoal richtet sich mit einem speziellen Bewertungsprogramm direkt an die großen Kohleproduzenten. Insbesondere die Minengesellschaften in den Risikoländern werden in die Pflicht genommen, die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der an ihren Standorten gelegenen Gemeinden zu fördern und die Menschenrechte zu schützen. Als eine zentrale Maßnahme bewertet Bettercoal die Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter und adressiert dabei auch Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Arbeitsschutz. Der Fokus der Aktivitäten aller Bettercoal-Mitglieder lag im Jahr 2016 insbesondere auf Russland, Südafrika und Kolumbien. Da wir aus diesen und weiteren Ländern Kohle beziehen, unterstützen wir als aktives Mitglied die Initiative und bekennen uns zu den Prinzipien des Bettercoal-Kodex.

Uniper-Kohlebeschaffungsländer 20161)

1) Die Zahlen beziehen sich auf Mengen, die wir für unsere europäischen Kraftwerke und Speicheranlagen bezogen haben.

 Mio t

Australien

0,2

Deutschland

1,1

Großbritannien

0,3

Kasachstan

0,1

Kolumbien

4,1

Mosambik

0,5

Polen

0,1

Russland

3,2

Südafrika

0,7

USA

0,9

Die Bettercoal-Initiative ist in Beschaffungsländern und länderübergreifend gut vernetzt und arbeitet partnerschaftlich mit anderen internationalen Organisationen, wie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie wichtigen Landesregierungen zusammen. Dadurch erhöht sie ihre Schlagkraft und erhält diplomatische Rückendeckung.

Um die Risiken in Bezug auf unsere Kohlelieferanten besser einschätzen zu können, nutzen wir für unsere Beschaffungsaktivitäten eine für alle Bettercoal-Mitglieder bereitgestellte Datenbank. Außerdem versuchen wir unsere Zulieferer von der Teilnahme an dem Bettercoal-Bewertungsprogramm zu überzeugen. Im September 2016 haben wir gemeinsam mit unserem Tochterunternehmen Unipro eine Bettercoal-Kampagne in Russland unterstützt, um weitere Kohleproduzenten und Händler für das Programm zu gewinnen. Im November haben wir außerdem gemeinsam mit anderen Bettercoal-Mitgliedern Minen in Südafrika besucht. Initiiert wurde die Aktion durch das niederländische Außenministerium und die weltweit tätige Nichtregierungsorganisation ActionAid, die sich auch für bessere Bedingungen in der Kohlelieferkette einsetzt. Für 2017 planen wir, an Besuchen von Minengesellschaften, lokalen Gemeinden und weiteren Stakeholdern vor Ort teilzunehmen. Das hilft uns, die speziellen Herausforderungen vor Ort besser zu verstehen.

Unabhängige Bettercoal-Prüfer haben innerhalb von vier Jahren Kohleminen-Audits in Kolumbien, Russland, Indonesien, Polen und Großbritannien durchgeführt. Damit wollen sie sicherstellen, dass die Anforderungen der Initiative auch erfüllt werden. Inzwischen nehmen 23 große Kohleproduzenden an dem Bettercoal-Bewertungsprogramm teil.

Die Initiative bewertet die Fortschritte aller Teilnehmer und Mitglieder, die mit dem Programm erzielt werden. Es arbeitet außerdem mit Lieferanten zusammen, um Verbesserungspläne zu entwickeln und die Umsetzung zu überprüfen. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie auf bettercoal.org.

Geprüfte Inhalte

Ausgewählte Kennzahlen, die einer betriebswirtschaftlichen Prüfung unterzogen wurden, sind mit einem Symbol   gekennzeichnet.
Qualitative Inhalte der Managementansätze waren ebenfalls Bestandteil der betriebswirtschaftlichen Prüfung.

Hier gelangen Sie zur Prüfbescheinigung.